Eine Rucksacktour durch Schweden & Norwegen

Im Juli 2000 unternahm ich eine Rucksack Tour durch Schweden und Norwegen.

Trelleborg -> Malmö -> Göteborg -> Oslo -> Göteborg

Zur Eröffnung der Öresundbrücke zwischen Malmö (Schweden) und Kopenhagen (Dänemark) saß ich am Öresund in Malmö und sah mir das große Ereignis vor Ort an. Hier wurden zwei Länder über das Meer mit einer Brücke verbunden, für mich damals ziemlich imposant! Das Schengener Abkommen trat erst voll in Kraft, in Schweden und Dänemark fielen die Grenzkontrollen beispielsweise erst 2001 weg. Ich bekam den Eindruck einer in sich zusammenwachsenden Welt, was mich beeindruckte und auch zeitweilig auf die Idee einer besseren Welt blicken ließ, auch wenn ich dem schönen Traum nicht traute, denn Menschen zu trauen ist ein riskantes Unterfangen.
Danach ging es mit dem Zug weiter zur Gotenstadt Göteborg und durch Norwegen hoch bis Oslo

Damals fiel mir in Göteborg auf, wie unterschiedlich der Krümmungsunterschied des nordischen Himmels verglichen mit dem des europäischen Festlandes war, und die dadurch niedriger am Horizont scheinenden Wolken fand ich bemerkenswert. Ich fühlte mich durch diese visuelle Komponente „planetarischer“, was in mir als Eindruck haften blieb. Auch, daß es nicht wirklich dunkel wurde, obwohl ich mich noch nicht einmal in der Mitte Skandinaviens befand, war eine wichtige Erfahrung und machte es mir später leichter, mich mit dem Gedanken des Krümmungsradius‘ der Erdachse (Erde als „Rotationsellipsoid“) auseinanderzusetzen.
Es ist interessant zu beobachten, wie unterschiedlich sich Orte aufgrund ihrer Position auf dem Planeten auf die menschliche Wahrnehmung auswirken.

Kleine Spielerei: Nachdem ich auf Basis eines faszinierenden Traumes Mitte letzten Jahrzehnts, in dem ich im Verlauf einer Erkundung im Weltraum über der Erde schwebte, eines Tages einmal den Planeten mit Acryl auf Leinwand verewigt hatte, überlegte ich ein paar Jahre später während Erdachsenstudien, den Hauptbahnhof von Göteborg über dieses Werk zu pinseln…

Besonders berührt hat mich über die Jahre die skandinavische Musik der Samen, der sogenannte Joik (Yoik). Die Samen betrachten sich als ein „von den Sternen gekommenes“ Volk, und dementsprechend wirken viele ihrer Stücke kosmisch und verfügen über eine profunde Tiefsinnigkeit in Klang, Vibe und Wort. Nachdem ich Skandinavien bereits selbst ein Stückchen erfahren hatte und mich seit meiner Kindheit in Norddeutschland für Polarlichter interessierte, konnte ich diese bestimmte Musikrichtung gut nachvollziehen. Die Nordlichter (Aurora Borealis/Polarlichter) spielen in der Erfahrung des Kosmischen der Nordwelt eine große Rolle, denn sie gehören zu den sichtbarsten elektromagnetischen Ausformungen, die wir auf unserem Planeten mit bloßem Auge beobachten können. Auf mich hatten sie immer eine magische Anziehungskraft, die sich für mich mit dem Gefühl der Joiks deckt.

Ein Beispiel für diese kosmische Verbundenheit ist der Joik „Star Girl“ (Sternenmädchen) auf dem Album „Sacred Stone“ (Heiliger Stein) von der Band Vajas mit dem Sänger Ande Somby (Lyrik Auszug):

„In einer dunklen Welt brauchen wir Sterne
Damit Leute ihren Weg nach Hause wiederfinden

Wir haben das Sternenmädchen gejoikt
Sie leuchtete
Sie war licht“

Der Drang in die Weiten des Weltraums sticht hier merklich hervor, möglicherweise eine Eigenart der Spezies Mensch, die sich immer wieder in den verschiedenen kulturellen Ausprägungen der verschiedensten Regionen der Welt zeigt. (Ich schreibe „möglicherweise“, weil wir die Sehnsüchte von Tieren kaum kennen, und im Allgemeinen werden sie vom Menschen auch gar nicht als existent anerkannt; was nicht bedeutet, daß sie sie nicht haben, sondern zunächst nur einen Rückschluß auf die menschlichen Einordnungen anderer Lebensformen ermöglicht!) In der Sami Kultur besingt man so beispielsweise nicht die Sterne, sondern man *singt sie, greift also den Vibe oder respektive die Stimmung dessen auf, was man dann in seiner Musik wiedergibt. Die Musik soll dabei zu einem Kanal des Wesens eines Dinges oder einer Angelegenheit werden. Man singt die Bäume, man singt den Spatzen, man singt den Regen. Erkenntnis selbst kommt in diesem Rahmen durch ein jedes Ding, durch eine jede Angelegenheit, das Kosmische und Erkenntnis verschmelzen. Physikalisch übersetzt könnte man fragen: Liest sich Materie als Teilchen oder als Welle? (Die Antwort ist: Ja.)

Kulturelle Verquickungen in Oslo, Norwegen

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