Schwarzmeerabenteuer: 1800 km durch Ostrumänien

Das Schwarze Meer ist seit langer Zeit aufgrund seiner faszinierenden Geschichte und facettenreichen Kulturwelten ein Anziehungspunkt für mich. Es ist ein Meer mit Geschichte und Geheimnissen, und es ist noch lange nicht gut erforscht.
Der Stand der Wissenschaft zwischen West- / Mittel- und Osteuropa ist veraltet und unprogressiv. Es wird wenig dafür getan, um die tiefen, politischen Gräben zu überwinden, die vor allem, aber nicht nur, im 20. Jahrhundert zwischen den einzelnen Regionen gerissen und verstärkt wurden. In vielerlei Hinsicht ist die Wissenschaft der alten Angelegenheiten aufgrund widersprüchlicher Politik unterentwickelt, und die Regionen sind nur ein weiteres Opfer dieser menschlichen Torheit. Die Barrieren sind immens… Aber immerhin kann der Einzelne heutzutage relativ frei reisen und sehen, was sich finden läßt.

Fun Facts: „Schwarz“ repräsentierte in der Antike den Norden, es ist jedoch umstritten, warum die Völker der Antike dieses Meer das Schwarze Meer nannten. Und vor vielen tausend Jahren war Alpha Draconis (Thuban/Schlange) im Sternbild „Drache“ der Polarstern. Daneben ist das Schwarze Meer in der Antike als Pontus Euxinus bezeichnet worden, was so viel wie das „Gastfreundliche Meer“ bedeutet.

„Once upon a time
In a land far and far away
I travelled with the Northern Star
A dragon on his cape

Oh, come with me
To the Hospitable Sea“

2017 folgte ich einer Einladung nach Rumänien, aus der meine kunst- und kulturinteressierte dortige Bekannte und ich zusammen eine Reise um die Sommersonnenwende und Sanziene (Dragaica) herum strickten, die uns in zehn Tagen 1800 Kilometer durch Rumänien bis an die ukrainische Grenze ins Donaudelta und die Küste des Schwarzen Meeres entlang bis zum unteren Donauarm an die bulgarische Grenze führen sollte. Ich zehre bis heute intellektuell von dieser Reise und bin dankbar, daß ich das erleben durfte, so anstrengend – und einmal auch lebensgefährlich – es auch war.
Hier werde ich in Zukunft peu à peu meine Eindrücke teilen und auf kulturelle Details bezüglich des Schwarzen Meeres u.a. eingehen, die äußerst spannend sind.

Bucuresti (Bukarest) -> Naeni -> Buzau -> Bucuresti -> Curtea de Arges (Argisch) -> Bran/Törzburg (Schloß Bran) -> Brasov (Kronstadt) -> Piatra Neamt (Kreuzburg a. d. Bistritz; Deutschstein) -> Galati (Galatz) -> Tulcea (Donau Delta) -> Lacul Razim (Razim-See) -> Festung Enisala -> Constanta/Tomis (Konstanza) -> Costinesti -> Jupiter -> Adamklissi (Tropaeum Traiani) -> Oltina (Altinum, Goltina) -> Silistra -> Bucuresti

Bucurestis (Bukarests) „Minidelta“ Vacaresti – Das größte urbane Feuchtbiotop Europas

Die erste Station schon gegen Sonnenuntergang für mich nach Ankunft in Bukarest war das „Minidelta“ Vacaresti. Einst von Ceausescu als Stausee Vacaresti angelegt, wurde dieses Megaprojekt von der einstigen Diktatur nie beendet und ist heute ein eindrucksvolles, urbanes Biotop.
Ich durfte das Biotop einmal komplett zur magischen Stunde durchqueren, und dann war es auch schon dunkel. Zwar hatte ich nur eine generische Handykamera dabei, weswegen die Aufnahmen nicht die besten sind. Aber ich bin dennoch zufrieden mit dem Resultat. Auch hier galt, wie üblich, wenn ich mich an einem für mich neuen Ort befinde: wirken lassen, Schnappschüsse einfangen, noch nicht vertiefen. Ich konnte mir bei Sonnenuntergang nicht nehmen lassen, die Hochhäuser des nahegelegenen Stadtteils als eine Art Stonehenge einzufangen.
Mehr Information über Vacaresti

Bucuresti (Bukarest)

„Der Geist Bukarests“; 25×25, Acryl auf Holzplatte, 2017

Für die Erkundung der rumänischen Hauptstadt, Bukarest, als Ausgangsstation blieben mir nur ein Abend und ein Tag, denn unsere Zeit war insgesamt knapp bemessen, weswegen ich von der Stadt noch nicht viel gesehen habe. Der Hauch des alten Wesenskerns dieser Stadt mit ihrer vielschichtigen Historie streifte mich allerdings, und wie ich vor Ort sagte: Die Stadt erschien mir wie eine wilde Frau, ungezähmt, kraftvoll und nicht friedlich, wie das narrenmütige Köln, sondern gefährlich und uralt. Ein rarer Reiz.

Naeni – eine thrakische Nekropole & Tabara de sculptura

Während das Grab 500 m über der Gemeinde Naeni ein 2400 Jahre altes Grab einer thrakischen Nekropole, die es einst an diesem Ort gab, ist, sind die antik anmutenden, dolmenartig ausgerichteten Skulpturen ein modernes Kunstprojekt. Der Name „Naeni“ dürfte im Zusammenhang mit der thrakischen Nekropole kein Zufall sein, denn ein ’naenia’/’nenia‘ (deutsch: Nänie) war bei den Römern ein Trauergesang. Auch Ovid, der in Tomis (Konstanza) am Schwarzen Meer im Exil lebte, greift dieses Wort auf und bezeichnet damit Zauberlieder.

„Auch das Schöne muß sterben! Das Menschen und Götter bezwinget,
Nicht die eherne Brust rührt es des stygischen Zeus.
Einmal nur erweichte die Liebe den Schattenbeherrscher,
Und an der Schwelle noch, streng, rief er zurück sein Geschenk.
Nicht stillt Aphrodite dem schönen Knaben die Wunde,
Die in den zierlichen Leib grausam der Eber geritzt.
Nicht errettet den göttlichen Held die unsterbliche Mutter,
Wann er, am skäischen Tor fallend, sein Schicksal erfüllt.
Aber sie steigt aus dem Meer mit allen Töchtern des Nereus,
Und die Klage hebt an um den verherrlichten Sohn.
Siehe! Da weinen die Götter, es weinen die Göttinnen alle,
Daß das Schöne vergeht, daß das Vollkommene stirbt.
Auch ein Klaglied zu sein im Mund der Geliebten, ist herrlich,
Denn das Gemeine geht klanglos zum Orkus hinab.“

„Nänie“; Friedrich Schiller, 1799/1800

Markant fand ich, daß mir während der ganzen Reise nur auf diesen Straßen die Motoreinspritzung mehrmals versagte, als ob die Elektronik des Autos einige Male gestört worden wäre. Zunächst dachte ich, das Fahrzeug hätte einen Schaden, doch als ich das Problem der ortskundigen Begleiterin erklärte, sagte sie unaufgeregt, in dieser Gegend sei das normal. Elektronische Geräte gerieten hier generell des Öfteren außer Kontrolle, viele Leute bezeichneten das als Zauberei, aber es müsse wohl, ob am Boden oder anderem, an der Beschaffenheit der Gegend liegen.
Karte mit den Sehenswürdigkeiten um Naeni

Buzau – Crang Park

Von sintflutartigem, stürmischem Juniregen überrascht und für die nicht geteerte Straße nicht das richtige Auto zur Verfügung habend, fuhren wir gezwungenermaßen nach Buzau zurück und konnten unsere eigentliche Route von Naeni zu einer geologischen Formation der Region nicht fortsetzen. Stattdessen gingen wir in den Crang Park von Buzau. Der Obelisk von Buzau wurde hier 1976 im Sinne einer 1600-Jahr-Markierung in der Siedlungsgeschichte des Ortes errichtet. Crang bedeutet ‚Junger Wald‘.

Curtea de Arges (Argisch)

Bevor ich auf meiner Rumänienreise nach Curtea de Arges kam, hatte ich schon einige Zeit zuvor diese Skizze intuitiv angefertigt. Ich dachte, „irgendwas wird dir auf deinem Weg begegnen, das so aussieht“. Ich war dann ziemlich perplex, als ich in der Fürstenkirche „Sankt Nikolaus von Curtea de Arges“, der Biserica Domneasca, darauf traf.
Leider habe ich es bis heute nicht ganz decodieren können, da auch der Museumsführer vor Ort keine Informationen darüber hatte. Der Baum könnte ein altes Göttinnen-Relikt aus älteren Kulturausformungen als dem Byzantinischen sein, das Sonnensymbol ist typisch für die Schwarzmeerkulturen. Das Geflecht um das Sonnensymbol konnte mir bisher keiner entziffern, allerdings habe ich es nicht nur bei den Dakern und Thrakern gefunden, sondern auch bei den Persern. Insofern scheint es sich dabei um etwas sehr Altes zu handeln. Möglicherweise repräsentiert das Geflecht „Wasser“, das würde also auf das hinauslaufen, was die thrakisch-christliche Überlappung „Marina Ognena“ auch repräsentiert: Das Meer/Wasser, das aus dem Feuer entsteht/emporsteigt. Also eine Art Phönix Symbolik und damit eine Anlehung an Unsterblichkeitsriten.
In dieser alten, byzantinischen Kirche an einem Ort mit uralter, vorchristlicher, dakischer Geschichte wird außerdem der erwachsene Jesus, der hier eine Überlappung mit der Sonne selbst repräsentiert, dargestellt, wie er die kleine Maria trägt, was eine interessante Umkehrung der Pieta ist, die man so fast nie zu sehen bekommt. Das Feuer (die Sonne), das das Wasser (Meer) trägt. Mehr Phönix geht nicht…

Zu der Zeit, als dieser Sarkophag gemeißelt wurde, wurde die Unterscheidung zwischen Astronomie und Astrologie nicht gemacht. Der Wesir war Astronom und Astrologe in einem und galt als „Universalgelehrter“. Deswegen war er der „Berater“ des jeweiligen Herrschers, als „Sehende Instanz“. Die Perser, Persianatischen, Indogermanen (oft Aristokraten), Griechen, Römer etc. hatten alle den Drang, die „Weltgeometrie“ in ihre Werke hineinzubasteln, und anhand dessen muß man beim Entschlüsseln solch unerforschter Elemente wie diesem Sarkophag vorgehen.
Ganz klar sind hier die Elemente um einen zentralen Orbitpunkt zu sehen, gekoppelt an einen Baum ein Statement: Person hat den Raum und die Zeit gewechselt. Ein typisches Phönixelement, besonders interessant, wenn man weiß, daß Phönix Feuer/Licht und Baum bedeuten kann. Sie nannten das damals „Heilige Geometrie“.
Hier zu sehen ist typische Schwarzmeersymbolik, bisher geht das Schwarzmeertypische in der westlichen Forschung allerdings unter. Das ist nicht nur schade, sondern auch eine Dummheit.

Nach der Fürstenkirche ging es weiter zur Kathedrale von Curtea de Arges, die Grabstätte der rumänischen Königsfamilie, die einem Mausoleum ähnelt und an die persische Kulturausformung erinnert.
In Bezug auf die Hauslegende habe ich einen interessanten Artikel von Ion Talos über diese Legende gefunden, die von den Menschen in Argisch als argisches „Original“ bezeichnet wird, jedoch eigentlich, wie die Nibelungensage und andere sich wiederholende Geschichten auch, eine durch Wanderungen alte, weit verbreitete Legende ist. Dennoch gibt es bei diesen Verflechtungen immer örtliche und regionale eigene Aspekte, und es gilt, das alles voneinander wegzufiltern und korrekte Platzierungen vorzunehmen.
Der Autor weist im Übrigen ebenfalls eindringlich darauf hin, wie wenig Zusammenarbeit zwischen den Staaten des südöstlichen Europas besteht. Wie können wir also erwarten, daß die Welt in Bezug auf Mythen und Legendenwissenschaft zusammenarbeitet? Besonders wenn es die Natur des Mythos selbst ist, die die alten Risse der Menschheit offenbart, die anscheinend aus unserer eigenen Natur hervorgehen. Eine sehr knifflige Angelegenheit…

Karpatenfahrt am Abend: von Curtea de Arges über Bran nach Brasov (Kronstadt)

Von unserem ausgedehnten Zwischenhalt in Arges fuhren wir, ganz argonautisch, noch am selben Abend weiter durch die Karpaten in Richtung Süden zum siebenbürgischen Brasov, dem Tor zu Transsilvanien, wo wir zwei Nächte übernachten sollten. Ich mochte diese Fahrt sehr, weil in dieser Bergfahrt unter dem Sternenhimmel viel spürbare Magie lag, und hätte gern öfters angehalten, um einfach die Luft zu schnuppern und die Gegend zu erfühlen. Wir hatten uns aber einen strikten Zeitplan aufgestellt und mußten weiter, und so rasten wir mehr oder weniger auch an Schloß Bran, der Törzburg, lediglich vorbei. Die Zusammenhänge der Geschichte Vlad III. Draculeas („der Sohn des Drachen“; Ref. Drachenorden) hätte sicherlich mehr Aufmerksamkeit verdient, aber Schwerpunkte wollen gesetzt sein. In Brasov kamen wir dann auch erst sehr spät am Abend an.
Die Stadt selbst erkundeten wir nach unserem Bucegi-Ausflug, am zweiten Tag unseres Aufenthaltes in Brasov. Sie entpuppte sich als Kleinod und als mehr oder weniger überraschend deutsch. Weniger überraschend, weil der Ort natürlich durch seine Gründungsgeschichte bezüglich der Ritterbrüder des Deutschen Ordens im 13. Jh. und den nachfolgenden Siebenbürger Sachsen einen deutschen Hintergrund hat. So werden bis heute einige Informationen in der Stadt auf deutsch ausgehängt, sogar wöchentliche Todesfälle. Trotzdem hatte ich mit einem so deutschen Flair nicht gerechnet.
Berühmt ist Brasov unter anderem für die Schwarze Kirche, ein gotischer Bau, der südöstlich von Wien lange Zeit der größte seiner Art war. Zwar hieß Brasov eine Zeit lang unter dem Sowjet-Regime auch „Stalinstadt“, es ist von der Sowjetunion in dieser Stadt heutzutage aber nicht mehr viel zu spüren, ganz im Gegensatz zu Galati (Galatz), wo ich das beunruhigende Gefühl hatte, die Rote Armee säße mir auf der Schulter – im Übrigen auch einer dieser Eindrücke, die zwar schauerlich wirken, aber durchaus interessant wahrzunehmen sind. Brasovs Stadtkern jedenfalls hätte genauso gut ein Ort irgendwo in Thüringen sein können, mit ein paar karpatischen Abwandlungen.

Busteni & Bucegi

Von Brasov aus unternahmen wir am nächsten Morgen einen Tagesausflug mit dem Zug ins südlich von Brasov gelegene Busteni, zum Muntii Bucegi, dem Bucegi-Gebirge. Ziel war die Babele Sphinx. In Busteni angekommen, mußten wir leider feststellen, daß die Seilbahn zum Babele-Gipfel witterungsbedingt geschlossen hatte. Allerdings sprach uns ein Fahrer von sich aus an, ob er uns per Wagen auf den Berg bringen sollte, und nach einigem Hin- und Herüberlegen ignorierte ich schließlich mein ungutes Bauchgefühl, das bei Gewitterlage immer anspringt, denn ich würde wohl nicht so oft zum Bucegi in meinem Leben kommen, und willigte, nicht zuletzt auch, weil meine ortskundige Begleitung die Witterung als „ortstypisch“ einstufte, ein. Das sollte sich zwar später als Riesenfehler mit lebensgefährlicher Wendung durch ein extrem starkes Gewitter herausstellen, aber trotzdem freue ich mich bis heute diebisch, daß wir ‚raufgefahren sind. Nicht zuletzt erinnerte mich die Gegend an so manchen Traum, und ich wollte auf Tuchfühlung mit der Wirklichkeit dieser bizarren Felsen gehen…

Piatra Neamt (Kreuzburg a. d. Bistritz/Deutschstein)

Galati (Galatz) – Überquerung des oberen Donauarms an der Grenze zur Ukraine

Auf dem Weg ins Donaudelta in der Stadt Galati an der ukrainischen Grenze.

Tulcea – Donau Delta

Im Delta. Tulcea liegt bereits nicht mehr am oberen Donauarm, der natürlichen Grenze zur Ukraine, sondern an seiner unteren Abzweigung, der „St. Georg Abzweigung“. Die Donau teilt sich im Delta in viele kleine Zweige und Marsch- und Schwemmlandschaften auf. Die wenigen Straßen, die es hier gibt, sind exzellent ausgebaut, aber vieles muß man per Boot erschließen – wofür uns allerdings die Zeit fehlte. Meines Erachtens sollte man sich für das Delta selbst bereits eine Woche Zeit nehmen. Es ist eine traumhafte Gegend mit wenigen Menschen, viel Natur und einem Zauber, der spürbar in der Luft liegt.
In Tulcea nahmen wir uns ein wenig Zeit, um zu rasten, spazierten ein wenig, stärkten uns mit einem Mahl und fanden sogar eine offene Kunstgalerie. Darin fiel mir eine Kopfskulptur besonders auf, durch die ich später in Tuchfühlung mit Iacchus mit den Bullenhörnern (Sophokles über Dionysos) ging. Thrakisch: Iarus. Letztlich ist diese Skulptur wohl eine Kopie von Michelangelos Mose gewesen.

Um Dionysos zu verstehen, muß man sich mit dem Thrakischen Reiter und auch Eros auseinandersetzen. Überhaupt kommt man um die Thraker dabei nicht herum. Nun stellt sich die Frage, ob Michelangelo sich von Plato hierbei hat inspirieren lassen und inwiefern er über die Thraker Bescheid wußte. Von Trajans Überlieferung bezüglich der Thraker wird er gewußt haben, denn es war Michelangelo selbst, der über das Sterben als das Wechseln von Räumen (Orten) schrieb, und es war Condivi, der, quasi als Kronzeuge, erwähnte, wie stark Michelangelo von Plato beeinflußt war. In Frage steht nun, wie er die Dinge mit Mose in Relation gesetzt hat.
Bezüglich der Hörner und der Strahlen vermute ich, daß es sich hierbei weniger um einen Übersetzungsfehler als um eine Überlappung verschiedener Kulturkonzepte ein und derselben Person handelt, die in verschiedenen Repräsentationen durch die Geschichte hindurch auftritt. Wie eben Dionysos auch Iarus sein kann und Eros mit in den Topf hineinfällt. Drei Namen, drei bzw. noch mehr Funktionen gar, aber ein Gott. Man muß hierbei bis Gayomart blicken, der dazu noch in der Form eines Adlers im Flug (ein Phönix) dargestellt wird und auch Pan (Saturn, Capricorn) in Relation setzen.
Noch komplexer wird es, wenn man in Betracht zieht, daß männliche spätere Götter in früheren Konzepten teils weibliche frühere Göttinnen waren und Geschlechter keine fixen Attribute bei diesen Charakteren sind. Reversibilität spielt bei Mythen ständig eine Rolle. Was die Strahlen angeht, so ist das immer ein Hinweis auf Feuer (die sogenannte männliche Seite der Dinge), aber wie man beispielsweise an Marina Ognena und den Umkehrungen der Rollen von Sonne und Meer in Curtea de Arges sieht, sind die Attribute niemals fix.

Lacul Razim (Razim-See)

Von Tulcea aus fuhren wir weiter entlang der „St. Georgs Abzweigung“ in Richtung Lacul Razim über Mahmudia und Murighiol.

Am Razim-See im Donaudelta. Griechisches Einzugsgebiet der Antike.

Festung Enisala & Blick über die Landschaft

Der Ausblick in der Gegend um Enisala, einerseits zur Festung Enisala, andererseits zum Lacul Babadag in Richtung der Gegend um Agighiol/Tulcea. Ehemals thrako-getisches Siedlungsgebiet (4. Jh. v. Chr.). Grenzgebiet Rumänien/Ukraine.

Constanta (Konstanza)

Mit dieser Station unserer Reise war ich endlich, zum ersten Mal in meinem Leben, am alten, magischen Schwarzen Meer mit seiner so intensiven, uralten Geschichte angelangt…

Costinesti

Jupiter

Oltina (Altinum/Goltina) – eine Fahrt durch „Moesien“

„Oltina – dako-thrakische Landschaft“; Acryl auf HDF, 20×20, 2018
Die wilde Landschaft nahe der bulgarischen Grenze. Moesia/Musia, Land der Daker und Thraker.

Silistra (Überquerung des unteren Donauarms an der Grenze zu Bulgarien)

Auf dem unteren Arm der Donau bei Silistra, Bulgarien. Hier verläuft die Donau als Grenzfluß zwischen Bulgarien und Rumänien. Links also Bulgarien, rechts Rumänien. Dies ist das Land der Musier/Moesier, der Daker und Thraker.

Zusammenhänge

Ich versuchte unter anderem zu dem Zeitpunkt, die Brücke zwischen den Begriffen ‚Nibelungen‘ und ‚Nephilim‘ besser zu verstehen, um mein Verständnis bezüglich des Kontinentaldrifts, der menschlichen Wanderungen und dem, was wir heute, also momentan, sind, zu vertiefen.

Aus meinem „Nibelungen“-Fotobuch 2017:

1 – Eindrücke aus dem Cucuteni-Museum in Piatra Neamt (Deutschstein). Die liegende Figur ganz rechts in der Mitte hatte einen interessanten Effekt auf mich: Als ich diese Ausarbeitung sah, schoß mir sofort in den Kopf, ohne nachzudenken:“Aaah, die Messer!“ Ich ging dann darauf zu und fragte meine Begleitung, was diese Figurenart repräsentiert. Die Antwort war:“Das wird als Messer deklariert.“… Ich war ziemlich überrascht. Woher wußte ich das?

2 – Auf Ovids Spuren in Constanta am Schwarzen Meer. Der Römer, der bei den Dakern, von den Römern verbannt, im Exil lebte und vor Ort seine berühmte Literatur verfasste. Er schrieb die Metamorphosen, eine wichtige historische Abhandlung und Blütenlese.

3 – Im archäologischen Museum in Constanta. Kurz: neolithische Denkerfiguren, Göttinnen und drachenhafte Lichtgestalten. Daneben auch viel römisches Kolonienwerk.

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