Ein Kurztrip nach Lille

Zu dritt fuhren wir am 11.11.2017 nach Frankreich, um ein Wochenende auswärts zu verbringen. Da wir uns zuvor nicht mit den französischen Nationalfeiertagen beschäftigt hatten, wurden wir dann auch überrascht: was in Köln der Beginn der Karnevalssaison ist, ist in Frankreich der Nationalfeiertag der „Armistice“ in Gedenken an den Waffenstillstand im November 1918. Es war also nicht nur alles geschlossen, sondern für jecke Deutsche aus dem Rheinland, so überlegten wir uns, vielleicht gar nicht mal der beste Zeitpunkt, um in eine nordfranzösische Stadt zu fahren. Aber wir wollten dem Karnevalstrubel ja entkommen und sind mehr oder weniger anpassungsfähig (ich hoffe, man merkt, daß ich dies mit einem Schmunzeln schreibe), und so wurde es eine schöne, wenn auch kurze und natürlich sehr novemberhafte, Reise! Tatsächlich taten wir abends sogar noch eine Fotografieausstellung, „Traitements Croisés“ im Rahmen des Festival Du Labo im Cinéma L’Univers, in dem Viertel auf, in dem sich unser Hotel befand.

Neben meiner Kompaktkamera und meiner Handykamera nahm ich auch eine alte Canon Spiegelreflex Kamera mit, die ich kurz zuvor günstig online erstanden hatte, sowie meine „uralte“ Fuji Analogkompaktkamera von 1994. Ich wollte experimentieren und außerdem auch an meine Jugend anknüpfen, denn 1995 war ich schon einmal mit einer Freundin nach Lille gefahren, um in Armentière/Nieppe für einige Tage einen Freund zu besuchen, und diese Erinnerungen sind mir sehr prägnant im Gedächtnis hängengeblieben. Meine Fotos von damals sind leider während meiner vielen Umzüge verlorengegangen, wie gut ist es doch da, daß Erinnerungen einem bleiben…

Qualitativ empfinde ich es zwischendurch als erfrischend, meine Analogkameras zu nutzen, auch wenn ich mittlerweile von der Sony Alpha 6000 überzeugt bin, weil sie neben der Olympus Mark III die einzige Kamera ist, mit der ich Stimmungen akkurat einfangen kann. Aber gerade Experimente mit einfachen Analog-Kompaktkameras können interessant sein, und das herrliche endgültige Gefühl der Einzelaufnahme bekommt man niemals mit den Digitalen. Das Flair der Analogkameras empfinde ich zum Teil als sehr künstlerisch. Ich sehe allerdings davon ab zu sagen, diese oder jene Kamera sei zwingend besser. In unserer Zeit kann man sogar mit Handykameras gute Aufnahmen machen. Stattdessen behaupte ich, kommt es auf den Fotografen an, was mit seiner jeweiligen Aufnahme wird. Das Auge, der Geist, hinter der Linse entscheidet…

Fuji DL-190

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