Ged-Ankh-en

Ein Kommentar

Horus
Ankh

Vorhin las ich einen guten, kurzen Text über, grob, die Notwendigkeit bzw. das Bedürfnis des „geistigen Wanderns“, also den offenen Geist. Da der Text nicht öffentlich ist, hier nur indirekt darüber. Ein recht passendes Bild des Tems/Atums durch Ankh wurde als Grafik beigefügt, und ich erinnerte mich daran, daß ich seit einiger Zeit um das Ankh kreise und finde, daß zu wenige sich mit diesen Symbolen als antike Sprache und Intention auseinandersetzen.
Zur Erinnerungskultur gehört auch, sich über antike Sprachmittel als Bedeutungsmittel klar zu werden und über die damit zusammenhängenden Bedeutungen als antike Realitätsvorstellungen, die den entsprechenden Kulturen wichtig waren und auch heute nicht per se veraltet sind. Denn es kann nichts veralten, das nicht einer Generation bekannt geworden ist, sondern es wird im Unterschied dazu nur ignoriert und/oder vergessen. Die Frage „Wie wurde vormals gedacht und wahrgenommen?“ ist elementar und für jede Epoche und jede Kultur zu betrachten, was indirekt wieder mit jenem Text heute zu tun hat.
Stattdessen wird aber zumeist von der Allgemeinheit auf eine angebliche „aktuelle Semantik“ geschlossen, als hätte diese Zeit, in der wir leben, die ultimativen Wahrheiten in Betrachtung und Anwendung. Das ist natürlich nicht so, und wohlgemerkt ist diese Art, mit der (immer surrealen) Gegenwart umzugehen, ein üblicher Fehler jeder Generation jeder Kultur der letzten Jahrtausende. Aus diesem Fehler der vermeintlichen semantischen Abgeschlossenheit der „aktuellen Lage“ kommt man zum Glück leicht heraus, indem man sich mit der Vergangenheit erinnerungskulturell auseinandersetzt. Man muß jedoch erstmal wissen, daß man das kann – und ja, das ist durchaus Arbeit, jahrzehntelange. Aber schöne – bereichernde…

Djed
Djed, ca. 3000 v. Chr.; ägyptisch

Neulich fiel mir bei meinen Recherchen für mein Buch ein altes Traumprotokoll letzten Jahrzehnts in die Hand, bei dem es um Ankh als Schlüssel ging. Durch den Traum wurde mir klar, daß Ankh die Dreiheit repräsentiert und die Dreiheit den Regenbogen bzw. das Spektrum beinhaltet (das war bereits im Traum enthalten). Die Lehre im Traum war, daß dieser Schlüssel durch Balance zu Macht (Ma’at) verhelfe, und ich verstand später, daß es um die Art bzw. Ausrichtung (innere Blickrichtung) ging, wie der Mensch mit seiner Lebenskraft umgeht (das, was die Ägypter/Km.t’er ‚Djed‘ nannten – den Pfeiler der Balance/Stabilität). Macht oder Ma’at (das Herz) beinhaltet dabei nicht nur den Status der Seele und bestimmt somit, wo die Seele hingeht bzw. hingehen kann, sondern Macht beinhaltet auch den ‚Djed‘ (ref. Duat/[David?]). Daher die Darstellung von Atum-Re mit Djed in Kombination mit Ankh.
Das heidnische, ägyptische Ankh repräsentiert ewiges Leben, bisweilen im direkten Kontext von Tem/Atum (ref. Atem): das, was selbstenergetisierend ist und sich auch im Menschen (Pharao [Peri?]) befindet. Ankh referenziert die Existenz des Wissens von Amenti (s. Henoch). Das Wissen von Amenti ist im alten Ägypten das Wissen über die Unsterblichkeit des Bewusstseins, das vor, während und nach der irdischen Existenz durch die unendlichen Hallen reist, ähnlich einem ewigen Feld mit ewigen Räumen/Dimensionen. Ankh selbst verhält sich dabei wie ein Regenbogen und repräsentiert die Energie des Spektrums. Daher ist es wie ein Schlüssel oder: die „Drei“.

Nebenbei: Ich bin der Ansicht, daß Horus oder Chronos oder das Zeitliche nicht nur ein böser Witz ist, denn es gibt immer zwei Falken, die miteinander oszillieren. Das Zeitliche im Entropischen ist nämlich auch praktisch, denn es vergeht ja nicht nur unsere Körperlichkeit im entropischen Gefüge; sondern es vergehen auch all die Dinge, die schlecht und unecht sind, zum einen durch sich wandelnden Erkenntnisstand, zum anderen ganz einfach durch den Zerfall, der zu anderen räumlichen Gefügen und somit anderen kognitiven Gefügen führt. Und das läßt mich lächeln, denn es macht die Schwester des Lebens, nämlich die Wahrheit, gewissermaßen frei…

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