Begegnungen

(Ein Kommentar)

Ein Mann, der mich vor ein paar Monaten auf fb befreundete, verbrachte bisweilen seine fb-Zeit damit, Texte von mir mit deplatzierten Begriffen wie „Ego“ und „Vibration“ zu unterlegen, erinnernd an ein stetiges Summen von Wespen im Hintergrund. Immer hatte ich den Eindruck, er verwechselte diese Wörter mit Konzepten, über die er sich nicht ganz klar war, war verzweifelt auf der Suche nach Platzierung von Falschheiten dieser Welt und daß er doch nicht die Worte lebte, die er anderen gegenüber predigte.
So kam es auch bei Kommunikationsversuchen meinerseits hierüber, die ich meist freundlicherweise in seiner Landessprache mit ihm absolvierte, damit er nicht den fallenbehafteten Tücken des fb-Übersetzers ausgeliefert bliebe, die die Kommunikationsstörungen zwischen uns eher noch verschlimmern müßten, zu stetigen, sich hochspiralenden Verständniszwiespalten, die ich bis zuletzt nicht für unmöglich zu überwinden hielt. Dennoch hatte ich den Eindruck, dieser Mann meinte es zu einem gewissen Grade gut, wenn er „Ego“ mit „Egoismus“ verwechselte und dieses Dreibuchstabigre in so ziemlich alle Texte maximalinvasiv injizierte, obwohl es häufig den Kontext verfehlte.
Bis der Tag der Sommersonnenwende kam und ich einsah, daß ich mich getäuscht hatte, als ich ihm ein metaphorisches Geschenk machte und er mich dafür peitschte. Ein Mann, der ökologische, pflanzenbasierte Landwirtschaft nicht von der Landwirtschaft der Massentierhaltung unterscheidet, während er mir vorwirft, ich sei herzlos, weil ich es gewagt hatte, seine Worte nicht mit einem braven, blonden „Ja, Herr.“ abzunicken, weil er eben diese beiden Landwirtschaftsarten zu dem Zwecke verwechselte, nur, um mich in das Licht seiner Angstprojektionen zu rücken, damit er einen Feind wie eine Betäubungspille der ängstlichen Sinne zur Hand hätte und der dann gleich heute oder morgen zum nächsten Burgerrestaurant marschiert, um dort, in allerfeinster Doppelmoralmanier der nichtökologischen Landwirtschaft zu fröhnen und sich dabei noch über meine Hartherzigkeit auszulassen. Wie konnte ich nur ihn, den so Erfahrenen, der doch auf so adäquate Weise das „Ego“ haßte, was ihm einen Preis im Museum der Gutheit einbringen müsse, dieses gefährliche, duatgeprägte Wyrm-Ego, gegen das er so mächtig seinen Djihad-Djed-Kampf führte, im Verlauf seiner Beleidigungsjahrestour gegen mich an seine eigene Doppeleinstellung erinnern?
Es macht mir nichts aus, wenn man mich hart an die Kandarre nimmt, insofern ich das verdient habe. Ich kämpfe dann von Mann zu Mann, in der Erwartung, daß sowohl Sieger als auch Besiegter danach, wie es beim fairen Sport üblich ist, die Situation schätzen und vor allem lernen und lachen können. Ich pariere auch Tritte unter die Gürtellinie, wenn es sein muß, solange sich nicht beschwert wird, daß ich mich der Taktik anpasse. Was ich aber gar nicht haben kann, ist die Strategie der fehlenden Reflexion. Ab hier wird es wahrscheinlich, daß ich den Ring nicht verlasse, sondern ihn ins Feuer werfe, denn jede dieser Begegnungen ist für mich wie eine gollumbesetzte Götterdämmerung. Da kann Wotan dann einpacken, und die Riesen haben umsonst gebaut.

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