Humanarchie

Offen gesagt, die Humanarchie muß enden. Das Leben auf der Erde ist nicht unbedingt unwahrscheinlich, doch da die Menschheit sich selbst derzeit wissenschaftlich nicht gut platzieren kann, scheint das Leben wie eine unwahrscheinliche Komponente im Verlauf der Evolution von Wasserstoff. Aber egal, wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich Leben auf jedem gegebenem Planeten sein mag (wir WISSEN das nicht!), das Leben selbst muß respektiert werden. Und es gibt eine einfache Regel: wenn man den Lebensraum, der das eigene und anderes Leben möglich macht, zerstört, dann zerstört man sich selbst.
Offenbar wurde das vom Kollektiv auf logischem Level noch nicht begriffen. Vielleicht will die Menschheit sich selbst so und so oft auf Null zurücksetzen. Und um eines sehr offen zu sagen: Wenn man in die Entropie hineingeboren wird, dann hat man, so oder so, immer die Arschkarte, und vielleicht verbirgt man dann die Verzweiflung über diese merkwürdig ausweglos scheinende eigene Lebensform durch Arten und Weisen selbst-manövrierter Selbstzerstörung, um sich selbst, sei es unbewußt, vorzumachen, daß man irgendwie Kontrolle über sein entropisches Schicksal habe. Wenn du sie nicht schlagen kannst, mach bei ihnen mit. Wenn du dem Sterben nicht entrinnen kannst, erschaffe eigene Formen der Zerstörung. Doch das soll keine Ausrede sein, denn wenn dem so ist, dann wäre unsere Aufgabe, diesem möglichst logisch zu begegnen. Die Aufgabe wäre nicht, mehr Elend zu erschaffen, sondern das Elend, wo es möglich ist, zu lindern, und das in Bezug auf alle Spezies, alles Leben.
Und deswegen muß die Humanarchie das Allererste sein, das im menschlichen Geiste zu Fall gebracht werden muß. Wir sind nicht „heiliger“ oder „mehr“ als anderes Leben. Wir sind lediglich anders. Und wir sollten Vertrauensleute der Natur sein, nicht ihre sadistischen Meister.

Zum Begriff: Während es an sich noch keinen gängig gebrauchten Begriff „Humanarchie“ gibt, erfand ich ihn 2016 kurzerhand, um daraufhin bei einer Recherche festzustellen, daß einige Religiöse („Christologie“) ihn tatsächlich annähernd in dem Sinne gebrauchen, in dem ich ihn auch verwende. Namentlich, um die Problematik der eingeengten Herrschaftssichtweise des Menschen über die Tierwelt zu benennen, in der der Mensch sich nicht (mehr?) bewußt und wissentlich als der Verwalter und Mitbewohner einer Region oder des Planeten sieht, sondern als der Herrscher, Besitzer und parentale Nutzer (!) allen anderen Lebens, der sich anhand dieser deplatzierten Einstellung anderer Lebewesen – und oftmals sogar der der eigenen Spezies – bedient, um sich an ihnen zu bereichern, sie auszubeuten und im Verlaufe dadurch für die Zerstörung der Gesamtsituation der lebenden Systeme sorgt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s