Der Traum

Hör‘ nie auf zu träumen! Es ist Dein Weg ins Geheimnis…

THEMEN
Luzidität
Über das Mitteilen von Träumen
Informationstransfer im Traum
Das Agens
Interpretation
Die Tiefsinnigkeit und Logik der Traumpsyche
Protokollieren

Wir träumen alle ständig, und zu diesem Thema gibt es aufgrund der kollektiven Natur der Angelegenheit viel Information auszutauschen. Hier wollen wir den Versuch unternehmen, Themen rund um das Träumen zu sammeln und zu beleuchten, in der Hoffnung, dieses interessante Feld dem Mitmenschen ein wenig näherzubringen als das, was es ist: ein Teil bzw. eine Aktivität von jedem Menschen, die sehr interessant ist und über die allgemein zu wenig offen nachgedacht wird (woran das liegt, darüber können und werden wir ebenfalls spekulieren!). Dazu nutzen wir im Falle unseres Konzepts als Werkzeuge u. a. eine gewisse geistige Offenheit, sowie das Künstlerische, das eine exzellente Brücke bietet.

LUZIDITÄT

Viele erinnern sich an ihre Träume, aber sie merken während des Traumes oftmals nicht, daß sie am träumen sind. Merken sie es, spricht man von Luzidität bzw. luzidem Träumen. Luzidität ist eine erhöhte Form von Traumbewußtsein und kommt vom lateinischen Wort ‚lux‘, was Licht bedeutet. Im Kontext des Träumens repräsentiert dieses sogenannte Licht, also Luzidsein, Erkenntnis. Einfach ausgedrückt: man weiß (hat Kenntnis davon), daß man gerade träumt. Merke: Ein bewußter Traum ist noch kein luzider Traum. Erst im luziden Traum handelst Du bewußt in der Kenntnis darüber, wo bzw. in welchem Zustand und an welchem Ort Du Dich gerade befindest.
Wie aber wird man im Traum luzid? Und kann das jeder? Im Grunde genommen ist die Antwort ganz einfach. Man muß sich nur daran im Traum erinnern, wo man sich gerade befindet. Und ja, das kann jeder, und es braucht in vielen Fällen einfach nur eine Form von Erinnerungsbereitschaft. Wenn es nicht sofort klappt, dann klappt es durch Training. Also laßt Euch nicht entmutigen, wenn es nicht gleich funktioniert. Wir haben es hier nicht mit einem Zeitwettbewerb zu tun, im Gegenteil. Laßt Euch Zeit, und nehmt sie Euch! (In einem anderen Artikel werde ich noch erklären, warum es von Bedeutung ist, Zeit als Faktor anzuerkennen bei diesen Prozessen.)
Wie aber macht man das? Ist es schwierig? Nein, es ist nicht schwierig. Bei manchen klappt es auf Anhieb, sie brauchen keinen Gedanken am Tag in Richtung Träume zu schielen und schlüpfen einfach so jede Nacht ins aktive Geschehen. Andere brauchen etwas Zeit, ihren Geist zu lockern und ihre Methoden zu finden. Aber insgesamt gilt hier eines: Du mußt es nur wollen! Wenn Du also willst, kannst Du loslegen.
Für diejenigen, die Training brauchen, empfiehlt es sich, kreativ zu sein und nach dem eigenen Gefühl zu gehen, aber es gibt auch generelle Tipps. Zum einen kannst Du Dir beispielsweise öfters am Tag in Erinnerung rufen, daß dies gerade ein Traum sein könnte. Dann kannst Du Momente des Tages dazu nutzen, Dir vorzustellen, wie es wäre, wenn dies gerade ein Traum wäre. Der Grund, warum es wichtig ist, daß Du Dir diese Dinge selbst vorstellst, ist, weil nur Du weißt wie es bei Dir aussehen würde, wenn Du jetzt gerade in einem Traum wärest. (Gleichzeitig schulst Du so Dein Vorstellungsvermögen, was hier im Leben anderweitig auch wichtig ist.) Und Du kannst vergleichen, warum dies kein Traum ist, sondern Du gerade bewußt in Deinem Erdenwachleben verankert bist. Damit erledigst Du gleichzeitig zwei weitere Trainingsstufen: 1) Du beginnst dabei nämlich bewußter wahrzunehmen, daß ein Unterschied zwischen Erdenwachleben und Traum besteht, 2) Dein Geist lernt dabei, sich daran zu erinnern, daß es so einen Unterschied tatsächlich gibt [und 3) Du wirst kreativ(er)].
Wenn Du das eine Zeit lang übst, dann wird es zu Momenten in Deinen Traumepisoden kommen, in denen Du Dich daran erinnerst, zu überlegen, ob Du gerade träumst. Hier kannst Du ein paar Tricks gebrauchen. In so einem Moment lohnt es sich, folgendes im Traum zu tun: Denke Dir etwas aus, was hier im Erdenwachleben sehr wahrscheinlich auf gar keinen Fall geht, was Du aber im Traum ausprobieren kannst. Beispielsweise kannst Du hier bestimmt nicht ohne Geräte fliegen. Das aber kannst Du im Traum. Also versuche mal zu fliegen. Oder Du kannst hier auch wahrscheinlich nicht durch eine solide Wand gehen. Also taste im Traum mal eine Wand ab, und gehe hindurch! Oder versuche, anstatt mit den Händen mit der Kraft Deiner Gedanken im Traum einen Gegenstand zu verschieben. etc. Sei kreativ, und denke Dir etwas aus, das Dir Spaß macht! Übrigens beginnen ab hier auch schon die Experimente, die Dich noch wesentlich weiterbringen.
Nehmen wir an, Du hast es geschafft, in einem oder in mehreren Deiner Träume luzid zu sein. Die Frage lautet nun für viele: Wie kann man länger in diesem Zustand verbleiben?
Viele Leute haben das Problem, daß sie, wenn sie einmal im Traum luzid werden, innerhalb desselben Traumes sehr schnell wieder vergessen, daß sie sich in einem Traum befinden. Andere werden durch den Vorgang des Luzidwerdens schlagartig wach. Sprich, die Luzidität vergeht, so oder so, so schnell, wie sie gekommen ist. Wie kann man damit umgehen?
Eine effektive Methode ist, sich während des Beginns des luziden Zustandes im Traum an dem Gedanken festzuhalten, daß man jetzt luzid ist, also sich darüber bewußt, in einem Traum zu sein und daß man sich jetzt nicht ablenken lassen will. Wie im Wachleben kann man sich im Traum auf einen bestimmten Zustand gut konzentrieren, wenn man einmal begreift, was gerade um einen herum abläuft. Der Trick ist, stur dabeizubleiben.
Der Grund, warum viele so schnell wieder aus dem luziden Zustand herauskatapultiert werden ist, daß sie sich nicht konzentrieren. Achte also darauf, den Fokus zu bewahren – sprich, wirklich wach zu bleiben innerhalb des Moments. Das kannst Du dadurch trainieren, daß Du dies im Wachleben auch praktizieren kannst: Aufmerksam sein! Sich konzentrieren! Den Gedanken festhalten! Innehalten und sich erst dann in die Umgebung loslassen, wenn Du Dich innerhalb des Momentes stabil fühlst! Wenn Du Dich dann in die Traumumgebung hineinbegibst, sag‘ Dir selbst kontinuierlich: Ich bin gerade in einem Traum! Wiederhole dieses Mantra, bis Du merkst, daß sich der Zustand wirklich ganz stabilisiert hat. Und sobald Du merkst, daß Dich etwas „aus dem Fokus“ herauszieht, geh‘ wieder in Dich und wiederhole dieses Mantra: Ich bin gerade in einem Traum! Wichtig ist zumeist, behutsam mit dem Zustand umzugehen; allerdings kann dies von Persönlichkeit zu Persönlichkeit variieren. Dadurch kann man es dann schaffen, über Stunden im Traum luzid zu bleiben.
Übliche „Rausschmeißer“ aus dem luziden Zustand sind: Schreck, Angst, Schmerz, überwältigende Gefühle allgemein, Ablehnung von Unvorhergesehenem – und am Ende das Aufwachen des irdischen Körpers und damit der Sog zurück ins Wachgeschehen. Bis auf den letzten Faktor kann man mit all diesen lernen umzugehen. Das sollte man im Übrigen auch, weil es auch im Wachleben von Vorteil ist, sich ausbalancieren zu können in ein stabiles, ruhiges, kontinuierliches Moment hinein. Wie man dies macht, ist dem Individuum überlassen. Die einen tanzen gern, die anderen meditieren, andere malen oder machen Musik etc. oder von allem ein bißchen, in die Natur zu gehen ist auch immer gut. Hauptsache, man kommt „zu sich“. (Damit ist übrigens überall viel gewonnen, egal, ob man sich nun in einem Traum befindet oder im Wachleben…) In Frage steht natürlich immer, wo Ihr dann im Traum hingeht – wie diese Räume auf Euch wirken.

ÜBER DAS MITTEILEN VON TRÄUMEN

Früher habe ich oft gedacht „Ich wünschte, ich könnte Leuten zeigen, was ich träume!“, weil ich dachte, das würde Verbindungen vertiefen, Brücken schaffen, anhand der dargelegten Traum“geschichten“. Es sollte zeigen, wie lebendig und real diese Erfahrungen ablaufen und Knotenpunkte zu anderen bilden, um Erfahrungen abzugleichen und sich besser austauschen zu können.
Aber ich habe damals nicht verstanden, daß es nicht unbedingt die gewünschten Verbindungsebenen schafft, wenn Leute durch meine Darlegungen von konkreten Inhalten etwas sehen, was diese Inhalte nicht von innen her sind. Sie sehen dann nämlich gar nichts Konkretes per se, insofern sie nicht sehr gut in meine Art Erleben eingetuned sind – weil sie sehen, was sie selbst von innen her sind, nicht, was ich erlebt, gefühlt und gesehen habe. Sie würden dann immer noch ihre eigenen Vorstellungen auf das, was sie selbst sehen, projizieren. Sie würden nur einen eigenen inneren Film sehen, den sie interpretieren, nicht das, was da wirklich für mich geschieht. In der Folge müßte ich meine eigenen konkreten Traumerlebnisse/-inhalte anderen erklären, damit ein tatsächlicheres konkretes Bild entstehen könnte.
In Frage steht dabei, inwiefern das sinnvoll ist, sei es für die anderen oder für einen selbst, und schlußendlich läßt sich das nur für jeden individuellen Moment einzeln entscheiden. Sprich: Paßt es in dem Moment da hin? Und aus welchen Gründen teilt man jemand anderem etwas relativ Privates, was ein Traum ja bedeutet, mit. Man sollte da also jedesmal neu überlegen und neu entscheiden. Es kann sehr helfen, Geschichten mitzuteilen, wir sollten nicht alles in uns hineinfressen, was die Welt bereichern kann. Es kann aber auch fehlplatziert in dem Moment sein.
In der Konsequenz ist es so, daß ich durch diese Erkenntnis verstanden habe, daß man immer Dinge zeigen und teilen kann, insofern man sich mitzuteilen wünscht. Daß das auch gut und wünschenswert – sogar äußerst wichtig ist in bestimmten Hinsichten. Daß man sie aber nicht erklären muß, wie manche es ja von einem verlangen würden, aus den verschiedensten Motivationen heraus. Man kann erklären, aber man sollte das nur tun, wenn der Verbindungswillen der anderen Person vorhanden ist. Wenn der Konversationspartner allerdings dazu neigt, seine eigene Wunschvorstellung in etwas hineinzuinterpretieren, dann braucht man sich nicht die Mühe machen, tiefer auf etwas einzugehen. Vielleicht klingt das enttäuschend im ersten Moment – wie man mir bereits einmal gesagt hat, daß man enttäuscht war, daß ich nicht weiter auf ein Thema einging – aber es ist stattdessen eine Chance für das Individuum, individuell die Kommunikationskanäle wohltemperiert auszutarieren, die man wählt.
Jemandem, der mit bestimmten Zusammenhängen nichts anfangen kann, diese trotzdem darzulegen, ist, wie wenn jemand, der immer nur Auto fährt und auch eine bestimmte Gegend dabei fast gar nicht kennt, plötzlich eine Infrastruktur von Bussen und Bahnen planen soll. Das geht nicht gut, weil die Person die Details der Gegend nicht kennt und somit die Infrastruktur falsch anlegen muß, weil Gegenden sukzessive wachsen, nicht in einem einzigen Moment und somit ein sukzessiv angelegtes Verständnis für die Zusammenhänge der Gegend fehlt. So wächst auch die Seele sukzessive, und die Zusammenhänge können nur von innen überschaut werden.
Daher gehört der Traum auch dem/den Träumenden in seiner Endinterpretation, nicht anderen, die ihn besitzen wollen, aber keinen Zugang zum Ursprung des zugrundeliegenden Bewußtseinszentrum haben. Den Traum zu zeigen, das ist auf gewisse Weise nur dann sinnvoll, wenn man ihn als Geschichte weitergeben kann. Wie ein Kunstwerk oder ein Lied, die jeweils in sich den eigenen Hintergrund aufweisen und nur jeweils künstlich gesehen werden können, aus eben jener andersartigen Perspektive heraus, aus der der Traum nicht entstanden ist. Man muß in etwas leben, um es zu sein. Das macht auch den Traum aus.

INFORMATIONSTRANSFER IM TRAUM

Im Traum unterhalten wir uns oft mit Bekannten und Fremden. Wir treffen uns mit ihnen, setzen uns mit ihnen auseinander und interagieren miteinander. Wacht man auf, bleibt das Gewusste im Gedächtnis haften, die Information, um die es gegangen ist. Aber oft achtet man nicht auf die Sprache, mittels derer die Information transferiert wurde. Ich habe dies in einem Prozess von vielen Jahren innerhalb meiner eigenen Träume beobachtet und dabei einige interessante Dinge festgestellt.
Es ist so, daß es Momente in Träumen gibt, in denen man Sprachen anwendet. Und dann gibt es Informationsaustausch, der direkt auf einer Metaebene stattfindet – die Information wird also direkt übertragen. Ich nenne dies Telepathie, weil die gängige Definition von Telepathie diesem Vorgang am nächsten kommt.
Die zweite Transfermethode, Wissen im Traum direkt zu übertragen, läuft über den Wahrnehmungskörper ab, mit dem man auch seine Umwelt detektiert und die um einen herum ablaufenden Imprintmomente scanned. Diese „Telepathie“ ist in sich eine sehr angenehme Art der Kommunikation, weil man dabei nur im Raum sein muß, den man scannen will oder sich mit der Person verbinden, mit der man Informationen austauschen will. Dafür tritt man in die offenliegende Gedankensphäre ein, die da ist (normalerweise durch eine Person, aber es gibt auch andere Kanäle) und geht dann in gedankliche Kommunikation miteinander. Dies involviert den Emotionalkörper, läuft aber nicht vornehmlich über Emotionen ab, sondern über konkrete Wissensinformation – wie eben in einer normalen Konversation im Wachleben auch. Man unterhält sich und gewinnt dabei neue Kenntnisse und hat Gefühlswahrnehmungen, was den Tanz des Zusammenspiels der kommunikativen Situation ausmacht.
Eine erweiterte Stufe hiervon ist das sich gegenseitige Berühren. So können mein Partner im Traum und ich uns beispielsweise zwar ganz konkret an der Hand halten, wenn wir das möchten. Wir können uns aber auch einfach nur gegenseitig anblicken und dabei per Kraft unserer Gedanken unsere Seelen berühren – was ebenso physisch im Traum abläuft, sprich: man berührt sich gegenseitig physisch, ohne sich offenkundig körperlich zu bewegen. Alles, was man dafür tun muß, ist aneinander zu denken und sich gegenseitig aufeinander zu fokussieren.
Übrigens sollte man im Traum Kommunikation nie mißbrauchen und immer respektvoll und achtsam miteinander umgehen, auch wenn „alles nur ein Traum ist“. Ethik beginnt im Inneren, d.h. sie gilt auf allen Ebenen, ob nun im Wachleben oder im Traum. Bedeutet: das Verhalten, zu dem wir uns entschließen, ist auch immer gleichzeitig eine Sprache, denn es ist eine soziale Angelegenheit. Es handelt sich also um eine Aktion in Wechselwirkung mit unserem Umfeld, nicht um eine isolierte Situation, die nicht auch irgendwohin transferiert wird. Man tut also gut daran, dieses „Irgendwohin“ nicht als „Nirgendwo“ zu betrachten, sondern als Empfangsort und Empfänger, mit dem wir auf gewisse Weise in Wechselwirkung stehen.

DAS AGENS

Ich liebe es, Luzidität im Traum auszukundschaften. Die verschiedenen Effekte zu testen und wie man den Zustand lange aufrechterhalten kann. Man kann ihn über Stunden aufrechterhalten, wenn man den Fokus hält und dabei viel Neues beobachten. Es ergeben sich durch aktives Verhalten in Träumen immer neue Fragen, die man auch innerhalb der Traumumgebungen beantworten kann, was in sich sehr interessant ist. Einiges könnte man hier zwar ergründen, aber erfahren kann man es nur dort.
Wie wir wissen, hängen die Geschehnisse im Traum nicht vom direkten bewußten Willen des Träumenden allein ab, vieles entwickelt stattdessen ein richtiges Eigenleben. Es wäre ansonsten auch sehr langweilig, denn der einzige Steuermann der komplexen Geschehnisse zu sein, das würde uns mit einem faden Isolationsgefühl leer dastehen lassen. Stattdessen eröffnet der Traum ungeahnte Möglichkeiten der Neuerfahrung durch die verschiedenen komplexen Abläufe, die mal mehr, mal weniger bewußt ablaufen. Der Träumende ist so immer Steuermann und Maat zugleich. Er agiert und trifft auf Agierende und Agierendes.
Hierzu möchte ich ein eigenes Traumbeispiel anführen. Ich habe mich in besagtem, bewußt angestrebten Traum mit einer Bekannten getroffen, und wir waren im Traum beide luzid, sprich, wir wußten beide, daß wir in einem Traum waren. Ich fragte sie mehrmals, ob sie sich sicher sei, daß sie ebenfalls luzid sei, und sie versicherte mir das.
Wir gingen dann durch die Gegend und besahen uns die Elemente, auf die wir trafen. Wir waren wie in einem Gebäudekomplex, aber es waren große, weitläufige Räume, die natürlich aussahen, es war wie ein Draußen in einem Raum. Wir beobachteten, wie sich Dinge magisch von selbst veränderten und ähnliches und besprachen, wie interessant es war, gemeinsam Luzidität zu erfahren.
Dann geschah etwas Gefährliches, und ich sagte, wir müßten da hineingehen, weil wir dort, anders als im Wachleben, nicht sterben werden, sondern auf eine andere Ebene kommen, denn es sei wie ein Tor in eine andere Welt, erscheine aber zunächst so, als sei es gefährlich. Wir gingen direkt hinein, und dann waren wir auf einer anderen Ebene mit anderen Informationen. Wir gingen eine Zeit lang zusammen dort herum.
Dann spürte sie, daß sie die luzide Verbindung verlor, wie das im Traum geschehen kann, und ich sah, wie ihr Geist aus ihrem Körper wie ein Hauch wegging. Ich hielt dann ihren Körper, der jetzt nur noch 30 cm groß war und bräunliche Farbe hatte, in meinen Händen und spürte ihren Herzschlag, der regelmäßig pochte. Ich blieb weiterhin bewußt und überlegte, ob ich sie irgendwie zurückholen konnte und zog an ihr mit der Kraft meines Geistes.
Es klappte aber nicht. Stattdessen erschienen zwei mir unbekannte Männer vor mir, die mir freundlich gesinnt waren, die mir zwar grob, aber herzlich vorkamen. Ich hatte nun keine Lust mehr, dort zu bleiben und wollte gerne selbst aus der Luzidität aussteigen und auch ganz aus dem Traum aufwachen. Ich bat also einen der Männer, mich mit einem Schwert zu töten, damit ich aufwachen könne. Er lachte und piekste mich mit dem Schwert, aber es klappte nicht mit dem Aufwachen.
Ich zog dann meine Geisteskraft in mich zusammen, indem ich auf den zentralen Orbitpunkt fokussierte, und dann wachte ich auf.

INTERPRETATION

Ich muß zum Thema Interpretation sagen, daß meine Träume meist relativ konkret sind. Eine Analyse der verschiedenen Elemente biete ich daher selten an, zumal ich mich in Fehlinterpretationsansätzen à la Freud und Co, die dualistisch und patriarchalisch auf übersexualisierte Weise geprägt sind, aus Erfahrung nicht involviere.
So ist ein Schwert durchaus ein Schwert/Instrument und deutet nicht automatisch auf einen Phallus hin, auch wenn auf mythischer Ebene Schwerter, Äxte u.a. selbstverständlich phallisch orientiert sind. Das bedeutet nicht, daß man automatisiert jeden Traum in dieselbe Informationsdeutung stecken darf, denn das würde den Träumenden zur Maschine degradieren. Confirmez que vou n’êtes pas une machine…
Ich weise also darauf hin, daß die Persönlichkeit eines jeden Menschen nicht abstrakt ist und daher auch nicht einfach abstrahiert werden kann, sondern daß jeder einzelne Träumende und Erfahrende an sich zunächst einmal den Weg des Konkreten beschreiten muß, wenn er bei sich selbst im eigenen persönlichen Bereich herauskommen will, anstatt bei unindividueller Traumanalyse der Massenabfertigung. Letzteres verschließt Information eher, als daß es sie öffnet – was der Weg der Technokraten ist. Wir aber wollen die empfindsame Brücke zwischen Technologie, Technik und Kunst beschreiten, sprich: die Brücke zwischen Körper (Nervensystem) und Geist (Elektromagnetismus/Impulse des Individuums).

DIE TIEFSINNIGKEIT UND LOGIK DER TRAUMPSYCHE

Ich mag komplexe und „unmögliche“, beispielsweise physikorientierte Träume, da sie zum Nachdenken anregen und meist auch optisch-szenisch einiges zu bieten haben. Oft ist man ja im Traum völlig abgeklärt über Dinge, die einen hier im Wachleben voll von den Socken hauen würden. Die aktiven Träumer unter der Leserschaft kennen das.
Durch einige meiner Träume kam ich zum Beispiel zu dem Schluß, daß Lokalität non-lokal, im Sinne von multi-lokal, aufgebaut ist. Dies warf für mich die Frage auf, woraus sich „Moment“ (objektiv) und „Momenterfahrung“ (subjektiv) zusammensetzt, was die Zeitkomponente auf mindestens duale Weise mit in den Aufbau hineinnimmt. Eine non-lokale Zusammensetzung setzt auch eine gewisse multi-temporale Zusammensetzung voraus, da Ort und Zeit scheinbar nicht getrennt voneinander ablaufen, aber durchaus Variationen innerhalb von Gefügen entfalten, die zunächst eindeutig bzw. linear erscheinen. Nichtzerfallsbasierter Zeitablauf (Zeitbedingung eines Handelns) wäre letztendlich ein Äquivalenzpunkt von Null-Entropie bzw. Nullpunktsentropie und könnte voraussetzen, daß Zerfall nicht möglich wäre, da Energie im selben Raum oder in gezielt angepeilten Räumen (Raum in diesem Fall = Dimension) transformieren würde und nicht in unbekannte Raumverhältnisse abhanden ginge.
So weit so gut. Diese Art Traum setzt keine vorherigen Überlegungen mit derartigen Themen voraus. Man kann ohne weiteres von Angelegenheiten träumen, über die man vorher noch nie nachgedacht hat. Woran das liegt, steht noch in Frage. Zum einen sind wir epigenetisch vorgeprägt, zum anderen ist noch nicht geklärt, aus was für Komponenten „Geist“ besteht und worauf Geist als Erinnerungs- und Kombinationsmechanismus alles in der Lage ist, zurückzugreifen.

PROTOKOLLIEREN

Ich empfehle, nach solchen Träumen immer sofort nach dem Aufwachen alles aufzuschreiben, woran man sich erinnert und dabei nicht kritisch zu denken, sondern wirklich einfach alles aufzuschreiben, auch wenn man erst nicht versteht, was man da aufschreibt. Die Inhalte können schnell verfliegen, und es schreibt sich am besten auf, wenn der Traum noch „warm“ ist. Später kann man dann darüber rätseln, was man da verfasst hat. Oft ist es gar nicht so verquer, wie man erstmal denkt, sondern durchaus faszinierend und tiefgründig. So werden sogar scheinbar langweilige Szenen, die einen im Traum vielleicht nichtmal sehr berührt haben, später teilweise zu faszinierenden Einblicken in das „Andere“, über das wir teilweise hier noch nie bewußt nachgedacht haben. In Zeiten wie diesen, in denen viele Menschen Angst haben, daß das, was sie denken, falsch sein könnte oder unbeliebt, kann ich nur immer wieder dazu ermuntern, sich keine falschen Zügel anzulegen. Der Geist ist frei und darf und sollte zunächst einmal komplett frei ausdrücken.

Eine einfache Methode, sich seine Träume auf lange Sicht zu merken, ist das Aufschreiben, also das Dokumentieren der Träume. Es mag zunächst unangenehm erscheinen, sofort nach dem Aufwachen zu Stift und Papier oder dem Laptop zu greifen. Wenn man dann aber einmal am Schreiben ist, merkt man, wie einem mehr Details des Traumes wieder in Erinnerung kommen, was ein gutes Gefühl ist und gleichzeitig das Erinnerungsvermögen an sich trainiert. Auch ist dies eine Form des kreativen Schaffens.
Später, sei es nach einem oder zehn Jahren, hat man dann ein faszinierendes Dokumentationsarchiv an Traumerinnerungen zur Hand, das einen auch in der Zukunft auf verschiedenste Weisen inspirieren und informativ weiterhelfen kann.
Für das Aufschreiben der Traumerinnerungen ist zu empfehlen, sich dafür entweder ein besonderes Tagebuch anzuschaffen, zu dem man gern zurückkehrt oder sich entsprechend datierte Ordner auf dem Computer anzulegen.
Man kann selbstverständlich auch mündlich dokumentieren, indem man beispielsweise sein Handy als Diktiergerät benutzt. Für mich persönlich kommt das allerdings eher nicht in Frage, da ich meine Träume schriftlich protokolliert haben will, damit ich sie im Nachhinein lesen und studieren kann. Mit einer mündlichen Aufnahme ist eine gute analytische Arbeit im Nachhinein nur möglich, wenn man zusätzlich jedes diktierte Protokoll auftippt, und das ist wirklich sehr viel Arbeit, die ich persönlich mir lieber erspare.
Eine weitere wunderbare Möglichkeit des Traumausdrucks bietet sich natürlich auch durch das Skizzieren bzw. visuelle Darlegen bestimmter Traumelemente an. Manchmal halte ich meine Träume in Skizzen fest, obwohl ich über ein exzellentes audio-visuelles, episodisches Gedächtnis verfüge und mir generell Träume in ganzen Abläufen komplett per Gedächtnis langzeitig abspeichere.
Es ist jedoch letztlich so, daß jede Art des Protokollierens, schriftlich, mündlich und visuell, dazu führt, daß man noch einmal neue Aspekte des Traumes begreifen kann. Ausdruck und Traumagens hängen direkt miteinander zusammen, und wenn man passionierter Traumdetektiv ist, dann gibt es letztlich nicht genug Varianten der Erkenntnisfindung auszuloten.

Jetzt sei dem trauminteressierten Leser viel Freude an seinem Bewußtsein und an der Erkundung seiner Fähigkeiten gewünscht!

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