Eine Anleitung zum Fliegen

2019

Was man vor allem zum Fliegen braucht, ist Fokus. Was bedeutet das? Zum einen ist für Fokus Erinnerungsfähigkeit notwendig, zum anderen Konzentration. Zunächst einmal sollte man sich tagsüber ins Bewußtsein rufen, daß man während des Schlafes in Träumen unterwegs ist, daß man sich dort aktiv bewegt und daß man dort Entscheidungen trifft. Das Träumen ist aktiver Bestandteil von Bewußtsein.
Allgemein gilt: wer bestimmte Dinge im Traum tun will, der muß sich im Traum daran erinnern. Erinnern kann man sich aber nur an etwas, wenn man sich das, woran man sich erinnern will, aktiv ins Bewußtsein ruft. Und so kann man das Fliegen gezielt außerhalb von Träumen überdenken und es sich aktiv ins Bewußtsein rufen, daß es existiert und daß man es selbst tun will. Es ist dabei weniger notwendig, sich vorzustellen, wie es wäre, wenn man fliegt, denn das Fliegen in Träumen geht, wie alle Aktivitäten, die man körperlich vollzieht, nicht mit leeren Vorstellungshülsen überein. Sprich, wichtig ist nur, daß man sich an die Absicht zu fliegen erinnert, nicht daran, wie es sein könnte zu fliegen. Es ist sowieso ganz anders. Und wie genau es ist, gilt es für dich herauszufinden.
Um sich im Traum zu erinnern, muß man vor allem eines tun: man muß sich erinnern wollen. Hier fängt bereits die Fokusarbeit an, was bedeutet, daß man sich selbst aufweckt innerhalb des Traumes und sich daran erinnert, was man tun wollte. Hat man sich dann erinnert, dann folgt weitere Fokusarbeit.

1) „Ich will fliegen.“
und
2) „Ich will dabei bewußt bleiben und nicht wieder in eine Traumselbstverständlichkeit abgleiten.“

Um zu Punkt 1 zu gelangen, testen manche von uns die genauere Umgebung aus. Gibt es Inkonsistenzen im Gefüge? Sind Angelegenheiten unlogisch? Hierzu kann es helfen, sich zu fragen:“Wo bin ich jetzt gerade? Warum bin ich an diesem Ort?“
Findet man hierauf keine Antwort, ist es wahrscheinlich, daß man sich in einem Traum befindet.
Da man im Traum oft nicht mit Sicherheit weiß, wie die Realität um einen gerade beschaffen ist, sollten dann die Tests folgen, was auch bereits den Fokus erhöht. Man kann beispielsweise hochspringen und fliegen, und dabei hätte man bereits zwei Dinge auf einmal gelöst. Denn kann man fliegen, befindet man sich in einem Traum und: man fliegt bereits. Wie genau man fliegt, zeigt einem normalerweise das Traumwissen, das in einem verankert ist, in dem Moment, wo man es ausprobiert.
Wie man testet und was man testet, bleibt einem selbst überlassen. Wenn einem hier jetzt im Wachzustand nichts einfällt, kann man unbesorgt bleiben, denn dort im „anderen Wachzustand“ fällt einem garantiert etwas ein, sobald man sich nur daran erinnert hat, daß man es wollte. Denn im Traum hat alles mit eigenem Willen zu tun. Und auch die Erinnerung innerhalb des Traumes und später nach dem Traum hat mit dem Willen zu tun, sich erinnern zu wollen. Wer behauptet, er könne sich nicht erinnern, der will sich für gewöhnlich nicht erinnern – aus den verschiedensten Gründen.
Den Fokus nun wiederum im Traum so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, also so lange wie möglich im Traum zu wissen, daß man träumt, lohnt sich deswegen, weil man dann dort draußen allen möglichen Fragestellungen nachgehen und in die Tiefe des Bewußtseins, das man ist, vordringen kann. Zwar ist es auch bereits schön, sich einfach an Träume zu erinnern oder sie mehr oder weniger bewußt zu durchlaufen, aber sich vollkommen bewußt darüber zu sein, daß man gerade in einer Welt herumläuft, die physisch völlig intakt scheint und dennoch nicht das Erdenleben ist, das ist eine andere Hausnummer. Allein dort etwas zu berühren oder auch von jemandem berührt zu werden, ist erstaunlich und erlaubt einem, ganz physisch Erfahrungen zu machen, die im Erdenleben so nicht möglich sind, Orte zu betreten, an die man hier so nie gelangt wäre, sogar Raum und Zeit zu überqueren sowie Wissen zu kombinieren, das einem im irdisch-körperlichen Wachzustand so nicht offenkundig gewesen wäre. All das lagert in der bewußten Tiefe (oder Höhe) des Bewußtseins. Und so ist es möglich, den bewußten Fokus dort tagelang und länger zu halten, obwohl man hier vielleicht nur eine Stunde den Körper schlafen läßt.
Wie also halte ich den Fokus aufrecht? Indem ich es will. Und insofern man schnell wieder aus der Bewußtheit darüber, daß man sich gerade im Traum befindet, hinausfliegt, so kann man sich ein Instrument vornehmen: Man sagt sich gleich nach der Bewußtwerdung im Traum immer wieder hintereinander „Ich bin in einem Traum“ und fokussiert sich wortwörtlich auf die Fokushaltung selbst. Dann kann man frei erkunden. Es ist beispielsweise hilfreich, Leuten vor Ort im Traum Fragen zu stellen, insofern man nicht weiß, wo man sich gerade befindet. Und keine Sorge, normalerweise ist da immer jemand, der einem hilft. Für gewöhnlich merkt man auch deutlich, wenn einem der Fokus wieder entgleitet, und man sollte sich dann wieder auf den Fokus des Bewußtseins konzentrieren und sich mehrmals wieder sagen „Ich bin in einem Traum“. Auf diese Weise kann man die Kontrolle behalten, sehr lange bewußt auf Traumebene erkunden und auch dem Traumraum entkommen.
Zu Letzterem: Es gibt in Bezug auf Träume verschiedene Modi, wobei die allermeisten Leute zunächst im Traumzustand in einen Verarbeitungsmodus gehen.
Sie haben nicht den Anspruch an ihre Träume bzw. an ihr Bewußtsein, daß sie dort andere Dinge tun könnten, als Alltägliches zu verarbeiten, und so verharren sie da und das meist mehr oder weniger unbewußt und erinnern nur sporadisch und rudimentär, was sie gesehen haben. Durch volle Bewußtwerdung hingegen ist es möglich, diesem rudimentären Modus zu entkommen und aktiv Unternehmungen zu starten, die einem den Zugang zu ganz neuen, fremden Welten und allem möglichen anderen ermöglichen, was weit über die Dinge hinausgeht, die einem im Wachleben bekannt sind. Wer es innovativ, reizvoll und intelligent mag, nutzt diese Fähigkeit, denn sie hilft einem am Ende des Tages, die Zusammenhänge des Wachlebens besser zu begreifen und ein erfüllteres, lebendigeres Leben zu leben. Und das Beste ist, es kostet nichts, außer die Freude daran, es zu tun, und niemand kann es dir nehmen. Es ist ganz deins und steht dir zu deiner freien Verfügung.
Nun ist es nicht notwendig für das Halten des Fokus im Traum zu fliegen. Zu fliegen bedeutet jedoch immer, geistig sehr fluide zu sein, und das kann mitunter hilfreich sein. Und alles, was man dafür tun muß, ist zu springen…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s