Ewigkeit in Endlichkeit

Oktober 2019

Der Geist läuft nicht monolithisch ab, auch wenn das in unserer normierten Gesellschaftsform gerne mal so suggeriert wird. Die vermeintlich Monolithischen langweilen mich zu Tode. […]
Mein Körper (endliches Materiephänomen) speist sich hauptsächlich über Materie (nicht nur, aber es ist ein Faktor), meine Seele (bislang etwas, das ich als ewig wahrnehme) hauptsächlich über Intellektuelle Energie (natürlich koppelt sie sich mit meinem materiellen Körper rück – es gibt da ständig Wechselwirkungen; deswegen macht die Art der materiellen Nahrung auch etwas aus).
Was letztere genau ist, sei dahingestellt, aber ich kann sie wahrnehmen und nehme auch durch sie wahr. Es ist das, was mich sozusagen als Person ausmacht und mir die Manövrierfähigkeit über diesen Materiezustand (Körper) gibt. Das wiederum, diese Energieform der intellektuellen Energie, nehme ich als elektromagnetisch an, denn ich habe, seit ich vierzehn Jahre alt war, keine bessere Bezeichnung dafür gefunden. Mir war das damals aufgrund einiger Erfahrungen und der biologischen Lehre der Aktionspotentiale (Synapsenbiologie etc. und die e/m-Wirklichkeit des Nervensystems [eine elektromagnetische Matrix]) einfach klar, daß es so ist, und als ich versuchte, es gegenzubeweisen, da fand ich immer mehr und mehr, was meine Idee scheinbar belegte. Ich kann das nicht beweisen, aber ich kann es auch nicht gegenbeweisen und andere konnten das bisher auch nicht.
Das Klügste, was man vielleicht bisher an Ideen in Bezug auf Intellektuelle Energie hat, ist die Theorie der Bahnungen (Priming) von Exner aus den 1890ern. Das ist eine alte Theorie, aber sie ist aus verschiedenen Gründen schwer zu toppen.
Wie kommt nun Liebe dazu, etwas mit Intellektueller Energie zu tun zu haben? Wenn ich es ganz einfach ausdrücken wollte, würde ich sagen: ich spüre, wenn „es“ passiert, und ich sehe und höre dadurch. Wenn ich diese Energieform „benutze“ bzw. sie durch mich hindurchfließt, dann bekomme ich Zugriff auf Information, auf die ich keinen Zugriff haben sollte, weil ich diese Dinge nicht weiß – nicht wissen können sollte. Aber ich weiß sie. Und mehr noch: ich erfahre sie sogar, nämlich zum Teil auf Traumebene, ohne, daß ich etwas dafür tun muß – es kommt also zu mir; wie auch immer „wir“ generieren – aber wir generieren und werden generiert.
Was aber ist Information? Es ist ja nicht nur das, was wir hier mit den körperlichen Sinnen „ablesen“ (wie ein Scanner), sondern es ist das, was DA ist […] und worauf man in dem Moment zugreift.
Das ist absolut unwissenschaftlich und empirisch nicht haltbar, ich weiß, aber mir bleibt nichts anderes übrig, als immer wieder darauf zurückzukommen. Denn in dem Bereich passieren Dinge, die vermeintliche Begrenzungen, die viele als gegeben hinnehmen, aufheben, weil da nicht unbedingt Begrenzungen sind. Und das ist für mich die Schnittstelle zwischen dem, was der eine wahrnehmen kann und tut und der andere eben nicht. Es ist für mich auch der Ort, wo Liebe generiert und Körperlichkeit damit in Wechselwirkung geht, sogar Liebe mit sich selbst in Wechselwirkung geht, wenn sie immer ist. Denn wenn sie IMMER ist, dann speist sie sich durch sich selbst, und das bedeutet: sie informiert sich selbst.
Wenn ich aber jetzt auf genormte Gesellschaftsideologien schaue, diese Vater-Mutter-Kind-Konstrukte, dann sehe ich, wie jemand sich ewige Liebe überhaupt nicht vorstellen kann und auch nicht mit dem Gedanken in Tuchfühlung gehen mag. […]
Denn nicht nur „kann das ja nicht sein“, denn wir werden alle körperlich ganz wortwörtlich von hier wegsterben, und es gäbe da keine Hoffnung auf „Ewiges“ in „Endlichem“; sondern es würde auch die Sicherheit und Halt versprechenden Konstrukte innerhalb der sterblichen Welt ins Wanken bringen und manchmal sogar umschmeißen, wenn man plötzlich sagen würde: Ich begebe mich auf die Suche nach meiner ganz ureigenen, inneren Liebe, um sie irgendwie, egal auf welche Weise, im Innen UND Außen als Person zu finden.
Und da finde ich tatsächlich eine schwer überbrückbare Diskrepanz zwischen den verschiedenen Konstrukten. (Auch wenn ich persönlich keine Scheu habe, Konstrukte zu verwerfen, die mir unlogisch erscheinen). Denn dann müßte man zunächst einmal daran glauben, daß die Seele ewig ist und zwei Leute von ein und derselben intellektuellen Energie gepulst werden. Wie unendlich krass allein der Gedanke… aber wie attraktiv auch…
(Das ist übrigens die Grundlage der Idee der „Heirat“, auch der religiösen, weswegen die Sache mit der „Scheidung“ so kompliziert für diese Institutionen ist – aber es wird akzeptiert, daß die Heiratenden wohl eher doch nicht „bestimmt“ sind; Bestimmte kann man nämlich nicht voneinander lösen und hinzu kommt, daß Religionen eher als politisches System angelegt sind, weil das ihr Ursprung ist, was die Konstrukte noch verhärtet, sprich, da geht es nie um Liebe, sondern um funktionale Konstrukte.)
Und dann müßte man auch noch daran glauben, daß es möglich wäre, diese Person hier als Mensch oder eben, je nachdem, außerhalb der menschlichen Gefilde als Person antreffen zu können. Ich glaube, spätestens bei diesen Punkten verzagen die meisten Leute, auch wenn sie noch so gern für Ewige Liebe brennen würden, und begeben sich lieber „in Sicherheit“ oder behalten solche Gedanken doch ganz heimlich für sich. Denn was sollen auch die Leute denken, wenn man solche Gedanken offen darlegt?

„Der Thron der irdischen Könige | Der Sitz des Wissens“
Greenwich, London, England; 2006

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s