Myndun – Existenz, Raum und Zeit

2020/2021

Isländisch ‚myndun‘ bedeutet bildende „Schaffung“ im Sinne von „das Werden“. Mir gefällt dieses Wort, weil es gleich eine spezielle Funktion signalisiert. Immer die Frage im Raum: Wie bildet sich eine nichtmolekulare Welt? Kann elektromagnetische Kraft in einer anderen Raumart zu einer anderen „myndun“ führen, die aber auch Trägereffekte hat?

Moleküle scheinen durch die Raumart zu entstehen? Wechselt die Raumart, was entsteht dann?

Zeit und Raum sind ein wenig wie der Herzschlag. Der Rhythmus ist das Zeitintervall, und der einzelne Schlag ist das Raumecho. Zusammengenommen sind sie der Puls. Man kann den Impuls hinter dem Herzschlag nicht sehen, aber man kann seine Effekte fühlen.

Die „virtuellen“ Teilchen, die in „die Existenz“ durch den „Quantenschaum“, aus dem das materielle Universum zu bestehen scheint, ein- und auch aus ihr heraustreten, scheinen keine Teilchen zu sein, sondern „Muster“, bzw. „Muster-Agenten“. Es erscheint mir aber falsch, zu behaupten, sie träten aus der Nichtexistenz hinein in die Existenz et vice versa. Denn das würde bedeuten, Existenz mit einer der Person jeweilig geläufigen Raumart zu verwechseln. Existenz und Raumart sind jedoch nicht automatisch in der Reflexion derart voneinander abhängig zu machen.
Logischer erscheint mir, daß sie aus einer anderen Raumart in die zu messende Raumart eintreten oder so nah an sie heranreichen, daß sie einen Imprint auf „der anderen Seite“ hinterlassen (dafür müssen sie ja nicht eintreten, sondern nur durch Anziehung den Imprint hinterlassen), wobei die nicht zu messende Raumart nicht „Nichtexistenz“ ist, sondern eben eine andere Raumart, die nicht zu messen ist oder besser: nicht gemessen wird (sie wird es irgendwann vermutlich werden, wenn die Mittel dafür zur Verfügung stehen). Die Muster-Agenten zeigen jedoch auf, daß da etwas ist, daher das „Quanten-Echo“.
Das Ganze erinnert an das, was mit und zwischen Synapsenendknöpfchen passiert. Der E/M Impuls springt da lediglich, er wird nicht nichtexistent. Er wechselt nur die Phase.
Es steht in Frage, was bei einer Frequenzverschiebung „verschwindet“ und was einfach die Art des Raumes in eine andere Ausformung von Raum verläßt. Wenn Raum immer ist, dann gibt es eher verschiedene Ausformungen von Raum.
Zu behaupten, das, was man nicht verstünde, sei „nichts“, ist irreführend. Auch der Raum, den wir um und in uns wissen, ist nicht „nichts“, nur, weil unsere Augen die vielen Komponenten nicht wahrnehmen können. Man versteht nur noch nicht, wie Raum genau aufgebaut ist.
Daß beispielsweise diese Art materielles Universum, in dem wir hier als „Bioroboter“ herumlaufen, nur eine Art Ausformung ist, stellt die Big Bang Theorie zur Verfügung. Das materielle Universum ist endlich, weil Ausdehnung und Zerfall real sind. Hieran ist das, was wir Zeit nennen, gekoppelt. Entkoppelt man diese Idee von Zeit von Raum, dann verändert sich die Art des Raumes, auf die wir blicken. In Frage steht dann, wie diese Art Raum, in der wir uns jetzt aufhalten, in Entstehung kommen kann (Big Bang). Das sagt noch nichts darüber aus, ob Raum an sich nicht unendlich ist. Wir können es mit einer Variante von Raum zu tun haben.
Wenn man einmal davon ausginge, daß Raum, Impuls, Emission und Welle immer existieren würden, dann wäre Zeit absolut relativ und somit auch die verschiedenen Arten von Raum. Um auf verschiedene Perspektiven hier zu kommen, kann man mit festen und beweglichen Parametern vorgehen. Natürlich kann man Zeit nicht eliminieren. Aber sie verändert sich genauso, wie Raum sich verändert. Es gibt verschiedene Arten von Raum und verschiedene Arten von Zeit. Möglicherweise läßt die Frequenztonerkennung in Bezug auf Schwarze Löcher irgendwann Rückschlüsse auf die Muster (Patterns) hinter den Frequenzen zu.
Zeit und Raum trennen, aber sie fügen auch zusammen. Das wird häufig übersehen, wohl, weil der Materialitätsfokus jetzt so stark auf Oberflächenverständnis gerichtet ist. Da werden Raum und Zeit so oder so übersehen, die ja die Grundlage der Thermodynamik darstellen, denn man kann Raum und Zeit selbst nicht sehen. Raum und Zeit sind aber keine Abstraktionen, sie sind reale Instanzen in der physikalischen Ausformung. Das fällt natürlich mit in die Entropie-Diskussion hinein, wenn man sich auf die Thermodynamik bezieht. Allerdings sind Raum und Zeit je nach Raumart und Zeitart nur bedingt entropisch, denn es gibt auch Null-Entropie. Ab da würde man die Raum- und Zeitart wechseln.
Bleiben wir aber zunächst in dieser Raum- und Zeitart, wie wir sie hier jetzt kennen. Es gibt wissenschaftlich wohl einen Streit darum, ob Raum Effekt oder Grundlage sei, der Bedingungen, die ein Universum wie das materielle Universum möglich machen. Was aber wohl immer vorhanden ist, sind Raum, Impuls, Emission und Welle. Je nach Raumart ist Zeit dabei, die von Raum nicht zu trennen ist, Zerfall, Verlauf usw., je nachdem. In einem null-entropischen Raum hat man keinen Zerfall, da wird auch nicht dauergestorben, sondern da wird sich dynamisch bewegt. In der Thermodynamik definiert sich Zeit allerdings über den Zerfall, das heißt, hier strebt alles permanent auseinander.
Trotzdem fügen Raum und Zeit dieser Art auch zusammen, auch wenn ihre Grundnatur darauf ausgelegt ist, alles auseinanderzutreiben. Denn es gibt den sogenannten „Kitt“, das Agens, das zusammenfügen kann, hier und jetzt trotzdem, und das ist das, was Kant als „geheime Kunst“ (der Natur) bezeichnete, wenn ich mich richtig erinnere, die das ganze Universum zusammenhält und all die Dinge darin in Harmonie bringen kann und das auch ausufernd tut. Deswegen sind wir zum Beispiel hier, sonst gäbe es nämlich das Leben, wie wir es kennen, nicht, und es gäbe auch die Grundlagen des Lebens, wie wir sie kennen, nicht. Und diese geheime Kunst (der Natur) ist vermutlich das, was wir Elektromagnetismus nennen, der Kitt, der Raum und Zeit in der Thermodynamik nicht nur trennende Faktoren sein läßt, sondern sie auch zusammenfügen läßt, was aufeinanderzustrebt.
Das Geistige ist ja auch Natur, Natur findet auf verschiedenen Leveln statt und hat verschiedene Lagen, und was die einen „Übernatur“ nennen, nenne ich trotzdem Natur. Das bedeutet nicht, daß die Natur nicht auch sucht und wir nicht dahingehend auch ein Aspekt der (seienden und werdenden) Natur sind. Zum Beispiel sprach Kepler ja von diesem Agens, und für ihn war das eine andere Nummer als für jemanden, der Elektromagnetismus von Bedeutung abspalten würde. Da liegt meines Erachtens der Fauxpas.

Heraklit hat Kants geheime Kunst über 2000 Jahre vor seinem Kollegen bereits offen beschrieben.

Kant: „Wenn es gleich wahr ist, wird man sagen, daß Gott in die Kräfte der Natur eine geheime Kunst gelegt hat, sich aus dem Chaos von selber zu einer vollkommenen Weltverfassung auszubilden“

Heraklit: „Diese Weltordnung, dieselbige für alle Wesen, hat kein Gott und kein Mensch geschaffen, sondern sie war immerdar und ist und wird sein ewig lebendiges Feuer, nach Maßen erglimmend und nach Maßen erlöschend.“

Ich erinnere mich daran, wie ich mit 26 mit einem Kollegen, einem jungen Baron, am Musical/Theater darüber stritt, was passieren würde, wenn man schneller als Licht reisen würde. Wir mochten uns nicht sonderlich, aber wir diskutierten während unserer Arbeit häufig wie die Weltmeister. Er beharrte darauf, daß man einfach in totaler Dunkelheit enden würde. Ich hingegen war der Ansicht, man würde die elektromagnetische Frequenz wechseln und in eine andere Art Licht, und zwar in dem Fall ein schnelleres Licht als die hiesige Raumart es zuläßt, überwechseln. Das konnte er sich nicht vorstellen.
Ich finde das aber ganz einfach, denn die Geschwindigkeit von Licht ist gekoppelt an die Frequenzbereiche des elektromagnetischen Spektrums, was bedeutet, daß es mehrere Lichtgeschwindigkeiten und mehrere Raumarten geben müßte, wenn eines von diesen beiden, Zeit/Raum, begrenzt ist.
Licht repräsentiert Zeit- und Raumart durch seine Geschwindigkeit. Das endet nicht einfach, es geht nur woanders auf andere Weise weiter. Dunkelheit existiert, sie ist nicht einfach eine Ausprägung von Nichtexistenz, sondern sie ist wie eine Grenze des Raums. Raum (wie auch Zeit) selbst kann man nicht sehen, jedoch sind seine transluzenten Ausprägungen vorhanden.
Und mein Fazit war damals, aufgrund von Erfahrungen in Träumen und dazugehörigen Überlegungen: wenn man Zeit erkunden will, dann muß man schnell sein – das ist der Trick. Dann wird die Gegenwart zur Vergangenheit und die Zukunft zur Gegenwart. Das Heute wird dann zum Gestern, das Morgen zum Heute, und das wiedererlebte Heute ist dann zweimal durchlebt. Abgefahrener Kram…

„There was a young lady named Bright,
Whose speed was far faster than light;
She started one day
In a relative way,
And returned on the previous night.“

– A. H. R. Buller in „Punch“ (1923)

Es ist auch so, wenn man in die Zukunft hineingeht und sie für eine Spanne als Gegenwart erlebt, also als zentralen Orbitpunkt des Geschehens, daß man dann in eine zwar chaotische (invertierte) Vergangenheit zurückkehrt, wenn man zum Ausgangspunkt zurückkehrt; daß sie jedoch ebenfalls aus ihrem zentralen Orbitpunkt heraus weiterexpandiert und sich somit plötzlich zwei zentrale Orbitpunkte zu verschiedenen Zeiten zentralisiert haben (Grundlage für ein Zeitparadox). Ab der Rückkehr in die Gegenwart (die von der Zukunft aus Vergangenheit ist), wird die Zukunft an sich auch wieder fraglich, denn sie ist nicht „in Stein gemeißelt“ (kann sich verändern), während die Vergangenheit von der Zukunft aus gesehen bereits geschehen ist und nur noch invertiert betrachtbar wird. Der Ablauf kann nicht mehr verändert werden. Außer, man geht wiederum in die Vergangenheit als Gegenwart, was dann zu einem Zeitparadox und zu Zeitechokammern führt.

Wenn man einmal begriffen hat, daß es die Effekte von Raum und Zeit sind, mit denen man es zu tun hat, und zwar von mehreren Raum/Zeit-Strukturen gleichzeitig, dann kann man diese Effekte anders lesen. Raum und Zeit sind, wie gesagt, unsichtbar, aber ihre Effekte sind lesbar.

Es gibt nicht „die Zeit“, wenn man mich fragt. Meiner Ansicht nach ist jeder Mensch mindestens eine Zeit, mit der er in den materiellen Ablauf innerhalb einer Zeitlinie (Zeitart der materiellen Raumart) in Wechselwirkung geht. Nachgewiesenermaßen zentriert sich jedes Lebewesen physikalisch in seiner eigenen Zeit und bewegt sich dadurch innerhalb dieser anderen, eigenen Zeitart, mit der er in diese materielle Zeitlinie, über die wir jetzt auch hier kommunizieren, „hineinschreibt“, anhand der Effekte von Raumart(en) und Zeitart(en).
Das ist sehr komplex. „Die eine Zeit“ gibt es jedenfalls nicht, das ist nur ein Hilfsmittel für Menschen, die sich die Welt einfach strukturieren wollen. Aber wie man sieht, wenn man sich umsieht, sind diese Strukturen häufig zu generisch und führen zu Chaos, nicht zuletzt weil Zeit und Raum nicht begriffen werden. Viele meinen wohl, Raum seien die Wände des Zimmers, in dem man sich befindet und Zeit sei das, was passiert, wenn man auf die Uhr schaue. Das ist gleichzeitig, auf abstraktem Level, nicht falsch und auf konkretem Level nicht richtig. Stattdessen ist das lediglich die vereinfachte, verallgemeinerte Denkweise über Raum und Zeit.

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