Systeme und Natur

Mai 2021

Der systemisch angepaßte Mensch spürt seinen seelischen, naturbedingten Zweifel am ohne Reflexion akzeptierten System nicht, denn er hat das System anstatt der Seele gewählt – worüber er sich nicht bewußt ist, denn er hat nie über diese Unterscheidung nachgedacht (ein Perspektivenproblem oder ein Perspektivenkapazitätsproblem). Und selbst, wenn seine Seele durch das schlechte System unglücklich ist, denn die Seele indiziert schlechtes System durch Zweifel, so kann er dieses Gefühl des Unglücklichseins doch nicht platzieren, da er am falschen Ort nach einer Antwort sucht – nämlich im System. Da es jedoch sein frei gewählter Glaube an die Mechaniken des Systems ist, an die er zu glauben gewählt hat, repliziert er so nur weiterhin die Fehler des Systems und tritt auf der Stelle.
Währenddessen sterben beispielsweise Wälder ab, und so werden Ketten losgetreten, die nicht mehr so leicht rückgängig zu machen sind. Denn (stark vereinfacht) sterben die Wälder, verändert sich der Regen, und bleibt der Regen aus, verstärkt sich der Treibhauseffekt, dann sterben ganze Ökosysteme, und der Effekt amplifiziert sich selbst in oszillierender Rückkopplung usw.
Sollte Sprache wirklich etwas zur Natur dieser Welt beitragen, die auf ganz anderen Systembedingungen basiert, als unsere Wirtschaftssysteme es den Vielen vorgaukeln, dann würden Menschen sie sich nicht auf menschenzentrierten Systemideologien (Geschlechterideologien u.a.) einpegeln, sondern auf naturbasierten Grundbedingungen. Das wird derzeit verwechselt.
Zwar sind natürliche Grundbedingungen auch Teil eines Systems, nämlich des Systems der Thermodynamik der molekularen Welt; aber zumindest ist dies ein System, das Sprache an wirklichen Bedürfnissen orientiert, die in Harmonie mit den Bedürfnissen der Seele gebracht werden können, die im Übrigen metakognitive Bedürfnisse aufweist, die mit der Thermodynamik nur bedingt übereingehen. Das wiederum ist an sich kein Problem, es wird erst zum Problem, wenn aus diesem Umstand ideologische Normen geschaffen werden.
Die Seele ist nicht der Körper, der Körper transferiert lediglich die seelischen Impulse. Sprache wiederum ist seelisch, also metakognitiv geboren, der Körper übernimmt lediglich die Funktion des Transfers durch seine Architektur. Es gilt also zu hinterfragen, wo die Seele mitsamt ihrem metakognitiven Repertoire hin will und ob sie mit der Art, wie das System es festschreibt, einverstanden ist. Ob das alles zusammen eine lebensfähige Grundlage bedeutet – und zwar für *alle darin enthaltenden lebendigen Matrizen.
Die Bäume zeigen, daß sie mit unserem System derzeit nicht einverstanden sind. Sie können uns das nicht mit Worten sagen, aber sie zeigen uns das, indem sie sterben. Und so werden sie zu Rebellen gegen die Lebensfähigkeit jeglicher thermodynamischen Systeme, denn sterben die Wälder, bleibt der Regen aus, und bleibt der Regen aus… usw.
Die Natur hat sich auf diese Weise ganz offen gegen die Menschheit positioniert, aber auch gegen alles andere Leben, das der Mensch so konsequent und ignorant übersieht.
Wieso sollte ich mich als lebendige Matrix gegen die Natur positionieren, die mein Leben, und zwar nicht einmal nur das Überleben, sondern ein kreatives, schöpferisches Leben garantiert?
Diesen Krieg gegen die Natur verliert das Leben, wie wir es jetzt kennen. Und zu behaupten, „Wir sterben doch sowieso!“, ist tugendlos. Das ist lediglich der Glaube an ein weiteres perfides System: das des Fatalismus, der sich über alle Lebewesen als Neider gegen das Leben selbst stellt.

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