Molekulare und nichtmolekulare Existenz

Oktober/November 2021

Oft scheint übersehen zu werden, dass das Unterbewusstsein zu den Sinnen gehört. Präziser gesagt ist das Unterbewusstsein ein Sinn, der in seinen molekularen Funktionen Aspekte des Nervensystems, in seinen nichtmolekularen Funktionen das repräsentiert, was die nichtmolekulare Bewusstseinsfähigkeit von der molekularen Bewusstseinsfähigkeit trennt.
Das bedeutet, es gibt einen molekularen Körper und einen nichtmolekularen Körper. Der molekulare Körper ist fleischlich, mit verschiedenen Funktionen des Nervensystems fest verdrahtet, der nichtmolekulare Körper (die sogenannte Psyche, ein anderes Wort für die Seele) ist von rein elektromagnetischer Essenz. Dieser Körper basiert also rein auf Energie.
Die Schlussfolgerung ist, dass der molekulare Körper selbst kein wirklicher Sinn ist, er fasst nur die Fähigkeit der Sinne zusammen, die alle von dem gesteuert werden, was das Nervensystem in erster Linie antreibt, d.h. Energie.
An diesem Schlüsselpunkt scheinen viele die ursprünglichen Funktionen und Regulierungen der Wesenheit, die die menschliche Matrix aus dem Molekularen und dem Nichtmolekularen ausmacht, nicht einordnen zu können. Aber ganz so schwer ist es nicht:

Der menschliche Körper ist eine Matrix mit einem Gehirn, die die Fähigkeit der folgenden drei umfasst:
1) Körper/Seele, 2) Denkfähigkeit (Gehirn/Geist), 3) sich selbst antreibende Lebensenergie.
Durch diese existieren 1) das Unterbewusstsein, 2) das Bewusstsein und 3) das Gewissen, welche als Regulatoren der Erfahrung fungieren. Sie sind Teil des von diesen Fähigkeiten beherrschten Gleichgewichtssystems der individuellen Lebensform.
Um ein besseres Verständnis zu bekommen, kann man sich vergegenwärtigen, dass die menschliche Matrix über 7 Sinne verfügt. Das sind die 5, die man regulär kennt (von denen der Geruchssinn aufgrund der Notwendigkeit von Luft als halbmolekularer Sinn eigentlich auszunehmen ist), dann 6) das Bewusstsein (Selbstbewusstsein) und 7) das Unterbewusstsein (Psyche). Weder das Bewusstsein noch das Unterbewusstsein sind nichtsinnlich, sprich, sie sind Aspekte des Nervensystems.

Was ist der Zweck unserer Seinsart?

Was den Zweck unserer Seinsart angeht, gehen manche davon aus, dass wir dafür existieren, uns permanent selbst zu behaupten und zu beschützen, weswegen sie den Selbsterhaltungstrieb als den Top-Sinn perspektivieren. Das ist jedoch nicht logisch, wenn man die Aspekte, die ich oben aufführe, weiter durchdenkt, und man sollte da nicht stehenbleiben, sondern versuchen, den Gedanken auf ein weiteres Level zu bringen:
Keiner der oben aufgeführten Faktoren ist hauptsächlich darauf ausgelegt, das Wesen des Menschen als eine Entität zusammenzufassen, die hauptsächlich dazu geschaffen sei, sich selbst zu schützen oder in permanentem Selbsterhaltungstrieb zu leben. Die Fähigkeit zur Selbsterhaltung ist stattdessen lediglich eine von mehreren Fähigkeiten. Sie repräsentiert nicht die Spitze der Bedürfnisse der Fähigkeit des Bewusstseins oder des Unterbewusstseins, sondern sie repräsentiert eher die Umgebung, mit der man es zu tun hat.
Dies liegt daran, dass Fähigkeiten bloße Eigenschaften sind, Eigenschaften wiederum sind keine grundlegenden, originalen Wirkkräfte. Die ursprüngliche Kraft, die das Leben regiert, berücksichtigt nämlich noch nicht die Notwendigkeit, sich selbst zu schützen. Sie sucht zunächst nur zu vereinen, weil sie selbstantreibend ist. Das Selbstantreibende aber kennt nur die Vereinigung. Dieser Drang der Vereinigung, der mit dem Wesen der sensorischen und seelischen Faktoren einhergeht, vermag aufgrund seiner Ursprünglichkeit Bedürfnisse wie Selbsterhaltung zu ordnen und auszubalancieren, aber er besteht nicht deswegen und unsere Seinsart existiert daher nicht, um sich zu schützen, sondern nutzt diese Fähigkeit lediglich – mehr oder weniger balanciert.
Der Schutz wurde zur Notwendigkeit aufgrund der Art der – molekularen – Umgebung, mit der wir es zu tun haben; wenn man aber davon ausgeht, dass die Sinne nichtmolekular ablaufen und das Unterbewusstsein dem molekularen Körper nicht seine Existenz schuldet, dann fällt im nichtmolekularen Bereich der Aspekt des Selbsterhaltungstriebes weg bzw. transformiert dort in etwas anderes.

Ist der Mensch im Traum ein Mensch?

Ein Traum läuft nichtmolekular ab, also über elektromagnetische Impulse (Elektromagnetismus ist nichtmolekular). Im Traum ist der Mensch weiterhin eine Wesenheit, jedoch eine nichtmolekulare. Ist eine nichtmolekulare Wesenheit ein Mensch?
Wenn jemand verstirbt, verliert er das Personenrecht. Es gibt spezielle Gesetze für den Umgang mit Leichen, jedoch verfügt der tote Körper eines Menschen nicht über die das Personenrecht bedingende Lebenskraft, die dem molekularen, lebendigen Menschenkörper die Fähigkeit des metakognitiven Umgangs verleiht. Sprich, eine Leiche ist nicht rechtsfähig.
Nun ist der Traum nicht abgekoppelt von der Person, sondern er ist ein Bestandteil der Person der metakognitiven Wesenheit.
Per Definition ist diese Wesenheit kein Mensch, da sie abgekoppelt vom molekularen Körper agiert.
Wie aber soll man diese – durchaus bewusste – Traumperson nennen?
Als Kind sagte ich immer, wenn ich träume, bin ich ein kleiner Geist. Ich wandelte oft bewusst durch unser Haus nach dem „Einschlafen“, wobei ich einfach meinen molekularen Körper dafür verließ und „als Geist“ auf Tour ging. Wenn ich in meinen Körper zurückstieg, dann war das zum Teil ein ziemlich heftiger intermolekularer Prozess, wobei mein Körper manchmal aus dem Bett flog. Ich fand das nicht schlimm, eher amüsant, und insgesamt machten mir diese Erlebnisse keine Angst. Im Gegenteil, ich fand sie schon mit fünf Jahren hochspannend.
Was fehlt, sind nicht die Erfahrungen oder Gegebenheiten. Was fehlt, sind die Begrifflichkeiten.
Wie nennt man nun einen träumenden Geist, diese nichtmolekular existente Entität? Worauf kann man sich einigen? Ein Mensch ist das nicht. Vielleicht bleibe ich bei der Bezeichnung „Geist“. Jedoch ist das Wort durch die Art des kulturellen Umgangs mit ihm verbrannt.

Was ist der Mensch?

Die Seele ist ein Teilaspekt des körperlichen Nichtmolekularen. Der eigentliche Mensch ist eine Dreiheit:

1) die Verbindung aus molekularem Körper (planetarem Körper) und nichtmolekularem Körper (Seele/Nervensystem),
2) der Geist (Gehirn/Fähigkeit des Gedankens/Spirit – im Menschen splittet sich das auf in Bewusstsein, Unterbewusstsein und Gewissen; diese drei sind während des Traumes ein Ganzes, außerhalb davon agieren sie dreigeteilt getrennt, bedingt durch den molekularen Körper),
3) die Quelle der Lebensenergie, auch genannt Lebensfunke (beinhaltet das, was den individuellen Körper und Geist am Laufen hält/inklusive aller Information, die die Person ausmacht/ist selbstenergetisierend/eine Art nichtmolekularer Funke bzw. Stern).

Nach dem Tod fällt der molekulare Körper weg. Übrig bleiben die nichtmolekularen Bestandteile, die oben genannten drei. Dadurch ist die Existenz der nichtmolekularen Entität weiterhin möglich, sie findet nur woanders statt. Und hier kommt meine Frage ins Spiel, die letztlich auch für die Entität gilt, die man im Traum ist: Ist der Mensch im Traum ein Mensch? Ist er als solcher zu bezeichnen?

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